Bauwerke & Ortsstruktur
Das älteste Bauwerk Roringens ist der romanische Westturm der St.-Martins-Kirche aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Das Kirchenschiff ist ein Neubau von 1747/48, nur der Turm blieb von der mittelalterlichen Kirche stehen. Um den Kirchhof zieht sich die Kirchhofsmauer von 1422, die Roringer Warte der Göttinger Landwehr entstand 1406/07. Beide sind aus dem Kalkstein der Gegend gebaut, der in Steinbrüchen am Hang des Bratentals gebrochen wurde.
Das Dorf wuchs spät: 1798 gab es in Roringen 48 Wohnhäuser, bis 1957 waren es 64, und von den 282 Wohnhäusern des Jahres 2016 entstanden 218 erst nach 1957. Das alte Dorf mit Fachwerk, Streckhöfen und Gassen liegt um Kirche, Thie und Opferbach. Bis 1959 holten die Roringer ihr Wasser aus rund 40 Brunnen, dann kam die zentrale Wasserleitung. 1966 bekamen die Straßen Namen, im Neubaugebiet am Menzelberg tragen sie Planetennamen.
Die Herzberger Chaussee, später die B 27, hat das Dorf verändert. 1937 wurde sie am Drakenberg begradigt und der Ronnenbergsche Hof dafür abgebrochen. Die Einträge zu Gebäuden, Plätzen und Straßen sind unten verlinkt. Die Angaben zur Baugeschichte stammen vor allem von Siegfried Ritzkowski und Eberhard Rohse und aus dem Dorferneuerungsplan von 1994/95.
Dazu gibt es
St. MartinRoringens ältestes Bauwerk: romanischer Westturm, Kirchenschiff von 1747. Die Kirche brannte 1999 und wurde 2001 wieder eingeweiht.
Steinerne Kirchhofsmauer errichtetOktober 1422Im Oktober 1422 wird die steinerne Kirchhofsmauer errichtet. Sie ist rund 150 Meter lang und war ursprünglich etwa zwei Meter hoch.
KirchmauerDie 1422 erbaute Kalksteinmauer um den Kirchhof war Zuflucht in Notzeiten und ist heute Lebensraum seltener Farne.
Roringer WarteDer Wartturm der Göttinger Landwehr von 1406/07 steht als Ruine im Wald. Sein Name Berwinkelswarte kommt vom Immergrün, nicht von Bären.- Bau der Roringer Warte1406/07Der Bau der Landwehr und der Roringer Warte beginnt 1406/07. Eberhard Rohse hat Datierung und Namen geprüft: Berwinkel bedeutet Immergrün …
PfarrhausDas 1739/40 erbaute Fachwerk-Pfarrhaus an der Ecke Lange Straße und Opferbach steht mit der Pfarrscheune unter Denkmalschutz.
Pfarrscheune, Quelle und BackhausDie Pfarrscheune von 1739/40 ist seit 2002 Gemeindehaus. Darunter entspringt im Pfarrgarten der Opferbach, das Backhaus ist verfallen.
Alte SchuleDie alte Dorfschule am Opferbach 6: seit 1764 Schulhaus, 1873 durch einen Neubau ersetzt, bis 1971 Schule, danach Küsterei.
BüchereiDas Thie-Haus am Thieplatz: Spritzenhaus, Flüchtlingsunterkunft, Schule, dann Bücherei, seit 1977 Zweigstelle der Stadtbibliothek.- Langestraße 23Ein Streckhof an der Langen Straße 23: Wohnen, Stall und Scheune unter einem Dach, 2007 fotografiert und mit dem Zustand danach verglichen.
- Brunnen „Im großen Hof“Brunnen im Großen Hof: Rund vierzig Brunnen versorgten das Altdorf mit Wasser, bis 1959 die Wasserleitung kam.
MilchsammelstelleDas Haus Roringer Winkel 1 gegenüber der Kirche war nach dem Zweiten Weltkrieg Milchsammelstelle: Hier gaben die Bauern ihre Milchkannen ab.
Opferbach (Straße)Die Straße Opferbach hat ihren Namen vom Opferbach und, so Siegfried Ritzkowski, vom Amt des Oppermanns, der Gaben für Kirche und Pfarre …
MeyergasseDie Meyergasse ist ein Bachlauf, keine Gasse: „-gasse“ geht auf mittelniederdeutsch gote zurück, die Rinne, die Gosse.
Zum DrakenbergDas 1898 von der Familie Haroth gebaute Gasthaus an der Langen Straße 43, seit 1930 Gasthaus Hippe, heute Hotel und Restaurant Zum Draken …- Durchbruch am Drakenberg, Straße begradigt19371937 wird die Straße am Drakenberg begradigt, ein Sporn des Berges abgetragen und der Ronnenbergsche Hof abgebrochen. Dort verläuft heute …
- Straßennamen werden eingeführt1. Januar 1966Zum 1. Januar 1966 werden Straßennamen und neue Hausnummern eingeführt. Zuvor gab es nur Hausnummern.
- Zentrale Wasserversorgung1957 bis 19591957/58 wird im Bratental ein Brunnen gebohrt und am Drakenberg ein Wasserhaus gebaut, 1959 sind die Haushalte angeschlossen. Zuvor gab e …
Kirchenbrand zerstört die historische Orgel7. November 1999Am 7. November 1999 brennt die St.-Martins-Kirche, die historische Orgel von 1846 wird zerstört. Im Turm findet man später eine Urkunde v …- Die Kirche wird wieder eingeweiht13. Mai 2001Am 13. Mai 2001 wird die St.-Martins-Kirche nach rund anderthalb Jahren Wiederaufbau mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht.
Quellen
- Thie-Bote Nr. 4, September 2012 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 158)
- Thie-Bote Nr. 3, Mai 2006 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 160)
- Arbeitsgemeinschaft Dorferneuerung mit dem Arbeitskreis Roringen: Dorferneuerungsplan Roringen, 1994/95 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 224)
- Siegfried Ritzkowski: Die Häuser des Altdorfes Roringen, 2017 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 210)
Wissensbestand des Roringer Heimatvereins