Drakenberg
Der Drakenberg liegt zwischen Roringen und Herberhausen, südöstlich des Dorfes jenseits der B 27. Er bildet eine längliche Hochfläche, die von Südwest nach Nordost zieht, und besteht aus Muschelkalk. Die Höhenangaben schwanken zwischen 365 und 368 Metern: 365,7 Meter an einem Vermessungspunkt, 367,5 Meter nach OpenStreetMap. Jutta Ronnenberg nannte 1995 zwei Spitzen, eine von 285 und eine von 365 Metern.
Siegfried Ritzkowski beschrieb den Oberen Muschelkalk als die markante Schichtstufe des Drakenbergs. Trochiten, im Volksmund Hexenpfennige, verraten das Gestein. Der Kalkstein für Kirchturm, Kirchhofsmauer und viele Hofsockel im Dorf stammt vermutlich aus den Steinbrüchen am Drakenberg. Auf der Hochfläche liegen Äcker. Auf dem Drakenberg wurde 1957/58 auch das Wasserhaus gebaut, in das das Wasser aus dem Bratental gepumpt wurde, bevor 1959 die Haushalte an die Wasserleitung kamen.
Auf dem Drakenberg hielt Pastor Böker am 1. August 1847, mitten in den Hungerjahren der Kartoffelkrankheit, eine Feldpredigt, wie Egon Günther und Siegfried Ritzkowski aus dem Hausbuch eines Waaker Leinewebers zitierten. Unter den Linden am Drakenberg feiern die Kirchengemeinden Roringen und Herberhausen seit dem 12. Juli 1987 ihren Waldgottesdienst.
Woher der Berg seinen Namen hat, ist offen. Jutta Ronnenberg berichtete 1995, im untergegangenen Dorf Omborn habe die Familie des Bauern Drake gelebt, der der größte Teil der Ländereien am Berg gehörte, und nach ihm sei der Drakenberg benannt. Sie ließ offen, woher Drake seinen Namen hatte. Auf dem Berg liegt auch die Ketelhecke, Schauplatz der Roringer Kesselsage, siehe Drakenberg am Hangsporn.
Quellen
- Jutta Ronnenberg: Zweiter Heimatabend: Aus Roringens Geschichte und Sage, 1995 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 215)
- Siegfried Ritzkowski: Thie-Bote Nr. 5, Entwurf aus dem Nachlass, „Roringens Flur im Sommer 1934“ (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 262)
- Egon Günther, Siegfried Ritzkowski: Thie-Bote Nr. 5, Entwurf aus dem Nachlass, „Der Kartoffelstein“ (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 286)
- Egon Günther, Siegfried Ritzkowski: Der Kartoffelstein, Steine am Wege 2, 2002 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 251)
- Kartoffelstein Nr. 43, Sommer 1996 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 42)
- Arbeitsgemeinschaft Dorferneuerung mit dem Arbeitskreis Roringen: Dorferneuerungsplan Roringen, 1994/95 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 224)
- OpenStreetMap-Mitwirkende (Gipfel 367,5 m)
- Dorfmonitor Roringen
Wissensbestand des Roringer Heimatvereins