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Chronik 1761 bis 1785

Bestattungen in der Kirche

Im Dezember 2001 wurden in der Kirche für die Fundamente der Heizung Gruben ausgehoben. Im Aushub fanden sich Knochen: Aus der Grube an der Südseite des Chores stammten Teile eines Kinderschädels, aus dem Mittelgang Arm- und Oberschenkelknochen eines alten Menschen. Siegfried Ritzkowski schloss aus den Zähnen auf ein Alter von 8 bis 14 Jahren und aus der starken Verkalkung des Oberschenkelknochens auf einen Menschen über 60. Die Gruben reichten bis 70 Zentimeter unter den Fußboden. Bei dieser Tiefe hielt er eine Sargbestattung für undenkbar und vermutete ein Leichentuch.

Ritzkowski suchte im Kirchenbuch nach und fand fünf Gräber in der Kirche aus der Amtszeit der Pastoren Apel und Kaufmann. Im August und September 1761 verlor Pastor Friedrich Andreas Apel an der Ruhr innerhalb von zehn Tagen drei Angehörige: am 25. August die Schwiegermutter im 80. Lebensjahr, am 26. August den jüngsten Sohn Carl Georg Wilhelm im neunten Lebensjahr und am 4. September einen Sohn, der Theologie studierte, im 17. Lebensjahr. Alle drei wurden in der Stille in der Kirche beigesetzt. Dazu kommen die Mutter des Pastors Kaufmann, im Alter von 87 Jahren gegenüber der Kirchentür unter den Frauenstühlen beigesetzt, und Pastor Johann Daniel Kaufmann selbst, der im April 1785 starb und im Chor vor dem Altar begraben wurde. Den Kinderschädel ordnet Ritzkowski dem jüngsten Sohn des Pastors Apel zu.

Pastor Kaufmann wurde in Roringen noch 1785 in der Kirche beigesetzt, obwohl Bestattungen in Kirchen in Göttingen schon untersagt waren. 1794 wurde der Sohn des Pastors Muth bereits auf dem Friedhof beerdigt, und das Güterverzeichnis der Kirchengemeinde, das Corpus Bonorum von 1798, hält in § 27 fest, in der Kirche selbst würden keine Toten beerdigt. Wo Pastor Apel und die früheren Pastoren begraben wurden und ob es schon in der Vorgängerkirche Bestattungen gab, ist nicht bekannt. Die Erinnerung an die Gräber, schreibt Ritzkowski, habe sich im Kirchenbuch bewahrt, den Ort selbst kenne heute niemand mehr.

Quellen

  1. Siegfried Ritzkowski: Thie-Bote Nr. 3, Mai 2006, Beitrag „Gräber in der Kirche“ mit Kirchenbucheinträgen (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 160)
  2. Kartoffelstein Nr. 72, Sommer 2003, Corpus Bonorum der Kirchengemeinde von 1798 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 89)

Wissensbestand des Roringer Heimatvereins

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