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Station 10

Alte Schule

Historisches Schwarzweißfoto der alten Dorfschule: zweigeschossiges Haus mit Satteldach und Gaube, mit waagerechten Brettern verschalt, an der Giebelseite fünf Fenster in einer Reihe und eine rautenförmige Tafel; davor eine Bruchsteinmauer.
Die alte Dorfschule, unterhalb des PfarrgartensDorfmonitor Roringen, Eintrag 114

Am Opferbach 6 stand die Roringer Schule, so lange das Dorf überhaupt Unterricht kannte. Pastor Christian Meyer erwähnte 1640 in einem Beschwerdebrief an die Kirchenbehörde erstmals einen Schulbetrieb in Roringen, wie Jutta Ronnenberg im Thie-Boten schrieb. Wie schlecht es um das Haus stand, zeigt ein Verzeichnis von 1707: Das Schulhaus sei noch viel schlimmer als das Pfarrhaus, eine alte Kote mit faulem Holz und nur einer Stube für Schulmeister, Familie und Kinder.

1764 baute die Dorfgemeinde ein neues, zweigeschossiges Schulhaus von etwa 15 mal 8 Metern, traufständig zum Opferbach. Im Juni 1873 begannen Abbruch und Neubau an gleicher Stelle. Lehrer Burdorf, der von 1848 bis 1888 in Roringen unterrichtete, hielt in der Schulchronik fest, dass die Kinder ein letztes Mal im alten Lehrzimmer zusammenkamen, und schloss mit den Worten „Herr, laß es wohlgelingen“. Ein Jahr lang unterrichtete er behelfsmäßig auf einem Hof an der Langen Straße. Die Dorfbewohner leisteten Hand- und Spanndienste und mussten spenden. Es entstand ein Fachwerkhaus mit Backsteinausmauerung, der Stolz des Dorfes.

Erstes Schulhaus am Platz
1764
Neubau
1873/74
Schule bis
1971
Erinnerungstafel
23. Dezember 1998: „125 Jahre Schule und Küsterei Roringen 1873 bis 1998“

Umbauten und Ende des Unterrichts

1908 setzte man zwei Fenster von der Süd- auf die Ostseite, damit mehr Licht in die Stube fiel; ab Ostern 1908 besuchten 76 Kinder die Schule. 1930 wurde das Haus mit Brettern verschalt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Schülerzahl durch Flüchtlinge und Vertriebene, und 1949 nahm das umgebaute Spritzenhaus am Thie, die heutige Bücherei, die Unterstufe auf. 1964 zog die Oberstufe in die Mittelpunktschule nach Waake, 1971 ging die letzte Klasse nach Herberhausen. Damit endete die Roringer Schultradition. Die Lehrerwohnung wurde Küsterwohnung, in den Klassenräumen fanden der Spielkreis „Max und Moritz“, eine Krabbelgruppe und Treffen der Kirchengemeinde Platz.

Der Kirchenvorstand verkaufte das Anwesen mit Scheune, Stall und Back- und Waschhaus im Oktober 1998 zugunsten eines Gemeindehauses nahe dem Pfarrhaus, der umgebauten Pfarrscheune. Der Widerstand im Dorf verhinderte den Verkauf nicht. Am 23. Dezember 1998 brachte der Heimatverein die Erinnerungstafel an.

Quellen

  1. Jutta Ronnenberg: Thie-Bote Nr. 1, März 1998, Beitrag „Die alte Schule in Roringen“ (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 157)
  2. Siegfried Ritzkowski: Thie-Bote Nr. 3, Mai 2006 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 160)
  3. Jutta Ronnenberg: Thie-Bote Nr. 2, September 2001 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 159)
  4. Siegfried Ritzkowski: Die Häuser des Altdorfes Roringen, 2017 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 210)
  5. Arbeitsgemeinschaft Dorferneuerung mit dem Arbeitskreis Roringen: Dorferneuerungsplan Roringen, 1994/95 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 224)
  6. Infotafel des Dorferlebnispfads des Roringer Heimatvereins, Tafel der Station „Alte Schule“

Wissensbestand des Roringer Heimatvereins

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