Thie-Bote Nr. 2, September 2001
Nr. 2 erschien im September 2001 mit 28 Seiten. Sie bringt unter anderem das Mahnmal auf dem Kirchhof, 70 Jahre Turnverein und die Frage, wie die Katze ins Wappen kam, Flurnamen (Prof. Udolph) und Straßennamen, Roringens Einwohner 1939 bis 1999, die Zahl der Wohngebäude, die Glocken der St.-Martins-Kirche, „Unser Laden, von der Projektidee bis zur Eröffnung“ und plattdeutsche Geschichten.
Zur ersten Seite28 Seiten, herausgegeben vom Roringer Heimatverein. Hier lässt sich das Heft Seite für Seite lesen: Ein Tippen auf eine Seite vergrößert sie, darunter steht ihr Text zum Aufklappen.
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:THIE-BOTE a8) war = Nachrichten und Berichte des Roringer Heimatvereins e. V. Roringen Nr. 2 September 2001
Das Mahnmal auf dem Kirchhof in Roringen
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THIE-BOTE Nr. 2
INHALTSVERZEICHNIS
Titelseite Das Mahnmal auf dem Kirchhof 3
Inhaltsverzeichnis+ Impressum + Editorial
Berichte
Jahresbericht des Vorsitzenden 4 Die Ortsheimatpflegerin 5 70 Jahre Turnverein Roringen 7 Wann und wie kam die Katze in das Wappen des Turnverein Roringen 7 125 Jahre Schule und Küsterei in Roringen 8 Die Einschulung 9 Flur-Namen 10 Strassennamen in Roringen 11 Der Deckbulle 12 Roringens Einwohner 1939-1999 13
Die Glocken der St. Martins-Kirche in Roringen 15
Roringen aktuell
Sechs mal Goldene Hochzeit in Roringen 14 Wieviel Wohngebäude gibt es in Roringen? 14 Unser Laden GbR 17 27 Jahre Postzusteller für Roringen 19 RoRoMo 2001 20 Förderunterricht 23 Roringer Kartoffelsalat 24 Theater und Festumzug in Herberhausen 24 Rückblick 25 Mundartliches
Freuer in Roringen 21 De Zejenbock 22 Die Doublette 23 Gedrucktes über Roringen
Zum Lesen 26
Der Roringer Heimatverein
Verehrte Leserinnen und Leser 26 Der Roringer Heimatverein e. V. 26 IMPRESSUM
Herausgeber:
Roringer Heimatverein e.V. 1. Vors.: Dr. Matthias Schmole 2. Vors.: Margrit Rosenplänter 37077 Göttingen (OT Roringen)
Beiträge: R. Gottschalk, W. Jahns, M. Masuch, H. Meyer, Dr. S. Ritzkowski, J. Ronnenberg, M. Rosenplänter, Prof. Dr. J. Udolph, Dr. M. Schmole.
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Eine,
Ein neues Heft
„Das vergesse ich nie“ - wer hätte diesen Satz nicht schon einmal gesagt oder gedacht. Und doch versagt die Erinnerung eines Einzelnen oder einer Gruppe, gar einer Dorfgemeinschaft, wenn sie sich zehn, zwanzig, gar dreissig oder mehr Jahre zurückerinnern will. Deshalb schreiben wir das, was heute geschieht, auf und versuchen das festzuhalten, was gestern geschah.
Die Namen der Fluren in der Roringer Gemarkung sind uns vertraut. Doch was bedeuten sie? Was gab ihnen ihren Namen? Seit wann existieren diese Bezeichnungen? Wir haben begonnen, dem nachzugehen. Herr Prof. Udolph, Sievershausen, ein Fachmann auf diesem Gebiet, hilft uns dabei. Ein erster Anfang wird in dieser Ausgabe gemacht.
Das Roringer Platt wird nur noch von wenigen Roringern gesprochen. Urige Dorfgeschichten lassen sich in der heimischen Mundart anschaulich erzählen. Beides wollen wir festhalten. Wie aber überträgt man das gesprochene in ein geschriebenes Platt? Hier haben wir noch zu lernen.
Der gegenwärtige Zustand des Ortes wie beispielsweise die Einwohnerzahl oder die Zahl der Wohnungen oder der Haushalte ist ständigen Änderungen unterlegen. Den aktuellen Stand jeweils zu berichten wird uns stets ein Anliegen sein.
Eine Vereinszeitschrift enthält natürlicherweise auch Mitteilungen über den Verein selbst und die Aktivitäten seiner Mitglieder.
Zwischen dem Erscheinen des ersten und deszweiten Heftes des THIE-BOTEN liegt eine lange Zeit. Inzwischen haben wir uns mehr Technik angeeignet. Wir hoffen, dass das nächste Heft im kommenden Jahr veröffentlicht wird.
Zu danken haben wir den Unternehmern, die uns durch Anzeigen den Druck des Heftes finanzierten. Sie sind oder waren insgesamt Bürger und Bürgerinnen von Roringen, wenn man von den Instituten der Volksbank und Sparkasse absieht.
Es gibt noch mehr in dieser Ausgabe des Thie-Boten zu lesen. Viel Vergnügen. Und Dank an Alle, die mitgeholfen haben, dieses Heft Ihnen in die Hand geben zu können.
Ylr Das Redaktionsteam
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Das Mahnmal auf dem Kirchhof
Über die Geschichte des Mahnmals wird folgendes berichtet: Unser erstes Denkmal, das aus einem schlichten Holzkreuz bestand, ist 1953 auf der Kirmes entstanden. Zu der Zeit war noch Wilhelm Haroth Bürgermeister und Pastor Schiller bei uns in Roringen ganz neu als Pastor. Weil nun ja auch der Volkstrauertag bevorstand und Roringen noch kein Denkmal besaß, hat man kurz entschlossen ein Holzkreuz auf dem Kirchhof errichtet, welches von Herrn Eduard Bergen gezimmert wurde.
Seit 1988 steht an Stelle des Holzkreuzes ein grosser Kalkstein. Die Inschrift verfasste der damalige Gemeindepastor Hans-Hermann Schmidt. Die Einweihung des Denkmals erfolgte am Volkstrauertag des Jahre 1988, dem 13. November. Seither ziehen an jedem Volkstrauertag die Vereine und die Feuerwehr mit ihren Traditions- Fahnen feierlich in die Kirche ein. Nach dem Gottesdienst versammelt man sich vor dem Mahnmal. Die Pastorin der Gemeinde hält eine kurze Ansprache. Zum stillen Gedenken senken sich die Fahnen.
Zurück zu dem steinernen Denkmal. Die Gesteinsplatte ragt 1,7 m in die Höhe. Sie besitzt eine Breite von max. 2 m und ist im Mittel etwa 0,4 m dick. Der Stein sitzt auf'einem Fundament und ist in voller Grösse sichtbar. Sein Gewicht dürfte etwa 2,8 t betragen.
Woher kam der Stein? Die Gesteinsplatte wurde von Wilhelm Masuch, dem damaligen Roringer Ortsbürgermeister, zwischen anderen Feldsteinen in der Hecke vor dem Flurstück Die Lieth am Westhang des Bratentales entdeckt. Er soll zuvor auf dem südlich anschliessenden Feld , ziemlich in gleicher Höhenlage gelegen haben. Mit einem Unimog wurde er an Ketten nach Roringen geschleppt — so wird berichtet - und mit einem Kran der Firma Schindewolf/Rosdorf über die Kirchhofsmauer auf sein Fundament gehievt. An diesem Unternehmen waren - ausser den Mitarbeitern der Fa. Schindewolf - auch Mitglieder der Gemeinde beteiligt, wie Photos von der Errichtung zeigen, nämlich Wilhelm Ahlborn, Erika und Peter Großhennig, Volker Kirstan, Wilhelm und Willi Masuch, Alfred Rosenplänter und Gerti Weber.
Was ist das für ein Stein? Die Gesteinsplatte ist ein Kalkstein, der etwas dolomitisiert ist. Sie lag ursprünglich in der Gesteinsformation des Oberen Muschelkalks, dem Trochitenkalk. Diese trägt ihren Namen nach kleinen, runden Scheiben, den Trochiten, die einen Durchmesser bis zu 10 mm aufweisen. Die Fossilien sind teilweise aus dem Stein herausgewittert und deshalb auch
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gegenwärtig gut sichtbar. Urspünglich, in nicht verfestigtem Zustand, waren sie Teil langer Stengel von Meerestieren, den “Seelilien”, die in tropischen Regionen beheimatet waren. Nach dem Absterben zerfielen sie und bildeten am Boden eines flachen Meeres einen wichtigen Bestandteil des Kalksandes, der im Laufe der Jahrmillionen zu einem festen Kalkstein verhärtete. Der Stein berichtet somit auch von der Natur-Geschichte der Region.
Die Formation des Trochitenkalks, die etwa 15 bis 16 m mächtig ist, erzeugt eine prägnante Schichtstufe im Gebiet um Nikolausberg und bei Roringen. Unterhalb des Feldbornberges, etwa dem Flurstück Die Lieth, ist der Ausbiss dieser Kalksteine an der Versteilung des Hanges und an dem verstärkten Bewuchs durch Wald und Hecken erkennbar. Der Schichtkamm des Menzelbergs wird ebenfalls durch diese Kalksteinformation, die etwas schräggestellt ist, hervorgerufen. Und die buschbestandene Steilstufe des Drakenbergs, die zwischen dem flachen, ackerbaulich genutzten Anstieg und der Hochfläche liegt, wird ebenfalls durch die massiven Kalksteine des Trochitenkalks gebildet. Früher wurden die Kalksteine in zahlreichen Steinbrüchen als Bausteine gewonnen. Es ist das Schichtpaket des Trochitenkalkes, das die abwechslungsreiche Gestalt der Landschaft um Roringen massgeblich bestimmt
Zwei Dinge sind bemerkenswert. Erstens: Die Gesteinsplatte wurde nicht dort gefunden, wo die Gesteinsformation zu Tage tritt, sondern in einiger Entfernung davon talab. Das bedeutet, dass die Platte durch Rutschen — etwa während .der Eiszeiten - an oder in die Nähe der Fundstelle geraten ist oder dass Menschen sie dorthin transportiert haben. Zum Anderen: Die Kalksteinplatte ist ungewöhnlich groß. Es gibt keine Einzelsteine (Monolithe) aus Kalkstein in dieser Grösse in Göttingen und seiner Umgebung, Steine dieser Größenklasse waren schon in früheren Zeiten geschätzte Objekte, denkt man an die Hünengräber oder die steinernen Landmarken, die Denkmale anderer Art sind. Diese Beobachtungen reizen zu weiteren Nachforschungen und Nachdenken.
Die Roringer Bürger haben eine aussergewöhnliche und einzigartige Kalksteinplatte, einen “Feldstein, gewachsen in der Roringer Feldmark”, wie es im Kartoffelstein 16/1988, S. 6 heißt, zum Gedenken an ihre Toten und die Opfer der beiden Weltkriege und zur Mahnung für den Frieden gewählt. Der Stein ist ein würdiges Denkmal der Erinnerung.
Das Göttinger Tageblatt berichtet am 28.10.2000, dass im Rahmen der Aktion DENKmal die Patenschaft für das Ehrenmal Roringen an einen Roringer Bürger vergeben worden sei.
Hannelore Meyer & Siegfried Ritzkowski
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Bericht des Vorsitzenden
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Symphathisanten des Heimatvereins!
Seit Gründung unseres Heimatvereins vor mehr als sieben Jahren hat Werner Massow uns mit seinem Elan und seinen Ideen immer wieder Auftrieb gegeben. Dies war keine leichte Aufgabe, da sich die Mitgliederzahlen nicht so entwickelt haben, wie wir es gerne gesehen hätten. Wir glauben dennoch weiter daran, daß auch mit einer kleinen aber aktiven Gruppe in unserem Heimatdorf einiges zu bewegen ist.
Vielen herzlichen Dank, Werner! Und Du bleibst uns ja auch unter dem neuen Vorsitz erhalten, belebst weiterhin all unsere Unternehmungen.
Der neue Vorstand sieht nun so aus:
1. Vorsitzender: Matthias Schmole
2. Vorsitzender: Margrit Rosenplänter Kassenwartin: Renate Paul Schriftführer: Siegfried Ritzkowski Beisitzer: Werner Massow Beisitzerin: Jutta Ronnenberg Beisitzerin: Hannelore Meyer
In den Berichtsraum fällt insbesondere die Einrichtung eines Bolzplatzes. Was zunächst von unseren Mitbewohnern eher skeptisch betrachtet wurde, hat sich zu einem sehr gut bespielbaren Rasenplatz entwickelt. Die Stadt Göttingen spendierte Tore, der Ortsrat Geld für die Einsaat und weitere Geräte. Dazu gehört vor allem
ein Basketballkorb, der hier in Roringen sehr fehlte. Um den Platz nach oben abzugrenzen, wurde eine Bepflan-
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zung mit einheimischem Gehölz vorgenommen. Zwei Bänke wurden gebaut und aufgestellt. Auch ein Rasenmäher konnte günstig erworben werden und kam schon mehrfach zum Einsatz.
Die Eröffnung des Bolzplatzes wurde mit Sport und Spiel sehr erfolgreich gefeiert. Die Dorfprominenz gab sich ein Stelldichein, konnte allerdings nicht zu einem Beitritt in den Heimatverein bewegt werden.
Am 1. Oktober ’99 wurde die alte Schule verkauft und die neuen Besitzer haben schon angefangen, dieses historische Gebäude zu renovieren. Dazu wünschen wir ihnen viel Erfolg. Aus Anlaß des 125-jährigen Bestehens dieses ehrwürdigen Hauses konnten wir eine Gedenktafel anbringen. Es wohnen in Roringen sehr viele Lehrerinnen und Lehrer, die Schule indessen ist zum Wohnhaus geworden.
Zu den von uns mitgestalteten Kinderweihnachtsfeiern ist zu berichten, daß sie wieder Erfolge waren. Dieses ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß alle Roringer Vereine zusammengewirkt haben. Ich nutze als Vorsitzender des Roringer Heimatvereins e. V. die Gelegenheit allen Mitwirkenden zu danken und hoffe, daß aus dieser Zusammenarbeit weitere gelungene Aktionen für unsere Roringer Mitbürgerinnen und -bürger entstehen.
Wie in den Jahren zuvor wurde der RoRoMo (Roringer-Rosen-Montag), der Kinderfasching, organisiert und durchgeführt. Unser Dank gilt hier insbesondere Rolf Gottschalk, der mit Elan und viel Körpereinsatz das Gelingen garantierte. Seit Jahren erleben an die hundert Kinder, dass in Roringen ein Heimatverein existiert.
Durch unseren Schriftführer Siegfried Ritzkowski konnten wir alles Wissenswerte über die Dorferneuerung erfahren, die leider nicht ertragreich war. Eine Neugestaltung der sog. Meyergasse steht noch aus. Dieses Unterfangen sowie eine Verschönerung des Thie-Platzes soll Aufgabe des Heimatvereins sein.
Zur Kirmes 1999 konnte Matthias Schmole eine Predigt von Pastorin Klement übersetzen und anlässlich des Besuchs einer Delegation französischer Feuerwehrleute halten.
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Sowohl beim Umzug '98 und '99 stellte der Heimatverein auch im Jahre 2000 einen Umzugswagen bereit. Dieser Umzugswagen wurde wieder einmal von Alfred und Margrit Rosenplänter zur Verfügung gestellt und gemeinsam gestaltet.
Die Feier zum 1. Mai des Jahres 2000 wurde von den Roringer Vereinen durchgeführt. Der Heimatverein kümmerte sich insbesondere um die Gastronomie.
Durch Jutta Ronnenberg wird ein besonderer Beitrag zur Integration von Kindern aus Migrantenfamilien in Roringen geleistet. Sie unterrichtet mehrere ausländische Kinder in der deutschen Sprache.
Bei der Errichtung des Dorfladen beteiligten sich mehrere Vereinsmitglieder und der Heimatverein konnte einen Schaukasten am Dorfladen reservieren und gestalten.
Besondere Erwähnung bedarf der Einsatz unserer 2.
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Vorsitzenden Margrit Rosenplänter als Ortsheimatpflegerin.. Ein Lob gebührt auch Renate Paul, unserer
Finanzfrau. Ohne unsere Beisitzerin Hannelore Meyer wären die gastronomischen Einsätze des Vereins zu Weihnachten, dem Fasching und allen anderen Veranstaltungen weit weniger erfolgreich.
Matthias Schmole
Die Ortsheimatpflegerin
In der Ortsrat-Sitzung am 11.03.1999 gab die Ortsheimatpflegerin Frau Margrit Rosenplänter folgenden Bericht über ihre Aufgaben und Tätigkeit.
„Auf Vorschlag des Ortsrates Roringen wurde ich, Margrit Rosenplänter, vom Verwaltungsausschuss der Stadt Göttingen am 29. 05.1995 zur Ortsheimatpflegerin bestellt. Vorgänger in diesem Ehrenamte waren Frau Nagel-Kroh, Frau Fleitmann, Herr Prof. Schwarz und Herr Hoffmann.
Mit der Berufung in dieses Amt werden Ortsheimatpflegerin Aufgaben zugewiesen. Bericht zu geben, ist eine davon. Ich bin sehr froh und dem Ortsrat dankbar, dass er sich für die Tätigkeit seiner Ortsheimatpflegerin interessiert und mich heute in diese Ortsratsitzung eingeladen hat. Meines Wissens ist es das erste Mal, dass ein Ortsheimatpflegerin vor dem Ortsrat einen Bericht von ihrer Tätigkeit geben kann.
Die Ortsheimatpflegerin ist gehalten, eine Chronik zu führen, d.h. Beobachtungen aus dem gegenwärtigen Leben des Ortes niederzuschreiben und damit festzuhalten. Das können die Jubiläen und Feste der Vereine oder Bürger sein, das mögen die natürlichen oder baulichen Veränderungen im Ortsbild sein.
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Natürlich richtet sich der Blick auch nach rückwärts in die Vergangenheit, auf die Geschichte des Ortes. Ich will dies an zwei Beispielen deutlich machen.
a. Wie ist Roringen zu seinem Wappen gekommen (Bild des Wappens). Hier war die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv hilfreich, um die Entstehung des Wappens zu rekonstruieren.
b. Das andere Beispiel. Frau Ronnenberg und ich haben gemeinsam alte Photos der Häuser in Roringen zusammengetragen. Dabei haben uns zahlreiche. Einwohner des Ortes unterstützt. Für die Architekten des Dorferneuerungsprogramms wurde die Sammlung eine wichtige Fundgrube und Informationsquelle. Es ist ein Heft mit 47 Aufnahmen enstanden, das den Bürgern des Ortes zugänglich gemacht werden sollte. Doch wie kann das geschehen? Wie erfahren die Bürger davon? Wo können sie Einsicht nehmen? Wo wird es sicher aufgehoben?
Das Sammeln und Bewahren ist eine weitere Aufgabe der Ortsheimatpflege: Wo sind die Informationen, wo sind die Gegenstände, die Dokumente oder deren Kopien geblieben, die die früheren Ortsheimatpfleger zusammengetragen haben? Mir wurde von meiner Vorgängerin nichts übergeben. Wäre nicht die Arbeit der früheren Ortsheimatpfleger und auch mein Einsatz sinnlos und Stückwerk - „für die Katz“ pflegt man zu sagen - wenn die Ergebnisse nicht zusammengeführt und aufgehoben würden! Ausserdem meine ich, dass die Bürger des Ortes wissen müssen, was mit den Dingen geschieht, die sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Deshalb halte ich es für notwendig, dass es eine Art „Dorfarchiv“ gibt - oder wie man es nennen will.
Die Ortsheimatpflegerin ist Ansprechpartner und Vermittler, sowohl für den einzelnen Bürger als auch für die örtliche Gremien.
a.. Bei einem Dia-Vortrag über die Roringer Fachwerkhäuser vor der 4. Klasse der Herberhäuser Grundschule habe ich gesehen, wie begeisterungsfähig und interessiert die Kinder an der Geschichte ihres Dorfes sein können. Viele Gespräche, in denen es um die Heimatpflege ging, habe ich mit Bürgern des Ortes geführt. Als2. Vorsitzende des Roringer Heimatverein un-
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terstütze und koordiniere ich auch die Aktivitäten der Roringer Bürger, die am Leben des Ortes, an seinem Brauchtum, seiner Geschichte und an seinem natürlichen Umfeld interessiert/engagiert sind.
b. Für Vereins-Jubiläen - beispielsweise 70 Jahre Turnverein, Schützenverein oder Feuerwehr - sind historische Rückblicke entstanden.
c. Ich habe seinerzeit im Arbeitskreis der Dorferneuerung mitgewirkt. Der Arbeitskreis war die Vermittlungsstelle für - Informationen zwischen Dorf und Planer. Er hat viel Material zu dem Abschlussbericht der Planungsbüros beigesteuert. Im Stadt-Archiv und im Städtischen Museum erfahre ich viel Hilfe. Ich habe ein Quellenverzeich-nis von Roringen anlegen können. Und vielleicht sollten wir im Jahre 2002 feierlich daran gedenken, dass Roringen vor 840 Jahren, also im Jahre 1162 erstmals urkundlich erwähnt wurde, nämlich als Papst Alexander III den Nonnen von Nikolausberg den Besitz ihres Klosters bestätigte, wozu auch 4 Hufen in Roringen gehörten.
Die Ortsheimatpflegerin sammelt, speichert, bewahrt und vermittelt die Informationen über den Ort. Sie trägt Sorge für das „Gedächtnis“ des Ortes. Sie kann auf dieser Basis und durch ihre Tätigkeit versuchen, ein gemeinsames Interesse für den Ort zu wecken und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort zu fördern.
Die Ortsheimatpflegerin ist keine Konkurrenz zu den vielen heimatpflegerischen Aktivitäten in den verschiedenen Vereinen. Ich verstehe mich hier als eine Bürgerin dieses Ortes, die - wie viele andere auch - hier geboren, hier aufgewachsen ist und hier lebt, und der dieser Ort und sein Geschick am Herzen wichtig ist. Das liegt, wie Sie wissen, auch in meiner Familie.
Ein Ortsrat, der eine Heimatpflegerin bestellt, gibt schon dadurch zu erkennen, dass er der Ortsheimatpflege besondere Bedeutung zumisst. Sie, meine Damen und Herren des Ortsrats, haben die heutige Sitzung ganz dem Thema „Heimatpflege“ gewidmet. Helfen Sie mit, dass die vielfältigen Aktivitäten nicht zerstreut bleiben, sondern nutzbar gemacht werden, sowohl für jeden Einzelnen als auch für das Dorf als Ganzes.“
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70 Jahre Turnverein Roringen e.V.
Der Tumverein Roringen 1928 e.V. feierte im Jahr 1998 mit der Kirmes (11.-13.09.1998) sein 70-jähriges Bestehen. Hier ein Blick in die Geschichte des Vereins.
Die Roringer Schützen und Sportler gehörten früher einem einzigen Verein an, der Schützen- und Turnervereinigung. Damals wurde jeden Dienstag und Freitag um 20 Uhr im Gasthaus Haroth (heute Albertus) gefurnt.
Im Jahre 1928 ging daraus der Turnverein Roringen
hervor. Der Gründergruppe gehörten 13 junge Roringer Männer an. Es waren: Hermann Aue, Eduard Bergen, Karl Böhme, Heinrich Heepe, Karl Kaiser, Heinrich Krone, Georg Meyer, Heinrich Quentin, Wilhelm Ronnenberg, Willi Ronnenberg, Wilhelm Steinhoff, Hermann Tormöhlen, Karl Wenzel.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Hermann Aue gewählt. Schriftführer wurde Georg Meyer.
Mit der Neugründung des Vereins wurden die Turn-
Wann und wie kam die Katze in das Wappen des Turnverein Roringen
Überliefert und erzählt von Margarete Masuch Aufgeschrieben von Jutta Ronnenberg
Jedermann erfreut sich des originellen Wappens des Turnvereins Roringen: die schöne, historische Warte, das Wahrzeichen unseres Ortes, mit einer schwarzen Katze auf dem Turm. Mit diesem Tiersymbol hat es folgende Bewandnis.
Im Lauf der Zeit hat man Eigenheiten der Tiere oder spezielle Begabungen auf die Bewohner der Ortschaften übertragen. Die älteren Bürger unseres Ortes wissen es natürlich. Hier einige Bezeichnungen aus unserer nahen Umgebung. Die Nikolausberger auf ihrer Höhe waren die Kuckucks, die Weender die Thie-Affen, die Herberhäuser die Wasserratten, in Waake saß der Dübel auf dem Dake, also der Teufel und die Roringer waren die
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stunden auf den Saal des Gasthauses Steinhoff (heute Falke) verlegt. Hier schaffte man sich die ersten Turngeräte an. Die Tummatten bekamen die Roringer vom Göttinger Verein 46. Das Reck erstand man in Lenglern. Ein Pferd finanzierte der damalige Gastwirt Steinhoff, welches der Verein später zurückzahlte. Für eine Unterstellmöglichkeit der Geräte zimmerte Eduard Bergen einen kleinen Raum auf dem Saal.
1924/25 enstand der erste Sportplatz, gelegen vor dem Stadtwald nördlich des heutigen Sportplatzes. Lediglich Leichtathletikübungen fanden hier statt. Auf dem Sportplatz befand sich eine Springkuhle gefüllt mit Sand und Sägemehl, das in Säcken dorthin gebracht wurde,
Da der Sportplatz doch recht ausserhalb des Dorfes lag, verlegte man ihn in den Jahren 1927/28 an den Rand des Ortloh. Durch die Abkürzung über das Grundstück Steinhoff konnte man viel schneller zum neuen Sportplatz gelangen.
Der heutige Sportplatz wurde 1950 angelegt. Da es eine Hanglage war, musste viel Erde abgetragen werden. Es wurden Schienen gelegt und man transportierte die Erde mit Loren ab. Mit viel Eigenleistung und unter Drangabe des Urlaubs konnte dieser Sportplatz entstehen. Am 16. Juli 1950 konnte der Sportplatz eingeweiht werden. Das Turnerheim, das uns allen lieb geworden ist, entstand 1960, ebenfalls durch viel Eigenleistung.
Margrit Rosenplänter
Katzen! Katzen sind gewitzt, zäh, ausdauernd und geschmeidig, Schmuser und Kratzer, dazu von hübscher
Gestalt. So können wir von Glück sagen, daß die Roringer Vorfahren dieses alles auf sich vereinigten und die possierliche Katze sich gut für ein Wappen eignet.
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Man stelle sich einen Affen, Ratte oder Teufel auf der Warte vor!
Roringen konnte gleich nach der Gründung des Turnvereins mit einer starken Turnerriege aufwarten, die bei den Wettkämpfen viele Siege und gute Plätze heimholte. Zu diesen Wettkämpfen erschienen die Mannschaften mit ihren Vereinsfahnen. Stolz begleiteten die Frauen und Bräute ihre erfolgreichen Männer und achteten sorgsam mit auf die Fahne. Erschien nun die Roringer Mannschaft mit Begleitung zu den Turnfesten, tönte es laut: „de Katten komet“. Die Frauen besorgten eine hübsche Plüschkatze und befestigten diese als Symbol an der Fahnenspitze. Hier hatte sie viele Jahre ihren Platz bis sie unansehnlich war und abgenommen werden mußte.
Wie kam nun diese Katze von der Fahnenspitze in das Wappen des Turnvereins? Dies berichte ich aus eigener Erinnerung. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das
125 Jahre Schule und Küsterei Roringen
Die alte Schule, Opferbach 6, war 125 J ahre Mittelpunkt unseres Ortes. Eine schöne, nur noch selten anzutreffende Schulmeisterei mit vollständigen Wirtschaftsgebäuden Scheune, Stallung und separatem Backund Waschhaus auf einem etwa 1400 Quadratmeter gro- Bem Grundstück wurde im Oktober 1998 vom Kirchenvorstand zu Roringen zugunsten eines Gemeindehauses nahe dem Pfarrhaus veräußert. Auch starker Widerstand aus der Bevölkerung konnte den Verkauf nicht verhindern.
Am Mittwoch dem 23. Dezember 1998 brachte der Roringer Heimatverein eine Erinnerungstafel am Gebäude an.
125 Jahre Schule und Küsterei Roringen 1873 - 1998 gestiftet vom Roringer Heimatverein
Dem jetzigen Besitzer, der Familie Böhner, wurde folgende Ansprache gehalten:
‚Wir wünschen der Familie Böhner viel Glück in ihrem neuen Zuhause. Von überwiegend guten Gedanken unserer Roringer Bürger wird ihr Sanierungsvorhaben geleitet sein und wir bitten für dieses Gebäude ein zweites Mal mit den Worten des damaligen Lehrers Burdorf von 1873 : Herr, laß es wohlgelingen!
Wir hoffen und wünschen, daß die neuen Besitzer das Anwesen wieder mit betriebsamen, fröhlichen Le-
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Vereinsleben wieder aufblühte, dachte man etwa 1947/ 48 über ein spezielles Wappen für den Turnverein nach. Zwei Entwürfe wurden eingebracht. Ein Entwurf von Werner Grünthal, einem Flüchtling, der bei Meyer im Opferbach (heute Rolf Aue) wohnte, zeigte eine stilisierte, stakelige Katze am Fuße der Warte. Der zweite Entwurf kam von Hans Scholz, Schwiegersohn des damaligen Gastwirts Hillebrecht, Langestrasse 31 (heute Falke). Er zeigte die Katze über der Warte. Diese Arbeit fand grossen Anklang und wurde mit Stimmenmehrheit aufgenommen. Ein Photo vom Turnerfest 1949 auf dem Saal zeigt die Katze in der Fahne.
Seit nunmehr 50 Jahren dürfte Warte mit Katze das Wahrzeichen des Turnvereins sein. Besonders erfreulich: dieses Wahrzeichen verbindet harmonisch historische und überlieferte Tradition.
ben füllen und durch behutsame Baumaßnahmen unserer so sehr vernachlässigten alten Schule wieder ein würdiges Aussehen geben. Wir danken der Familie Böhner für die Erlaubnis, eine Erinnerungstafel am Schulgebäude anzubringen.
Jutta Ronnenberg
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Die Einschulung
Da die Osterzeit bevorsteht und früher der Schulbeginn nach den Osterferien, im März oder April lag, nehme ich ein hübsches altes Photo zum Anlass, einmal zu berichten, wie schön und herzlich unsere Kleinen in Roringen an die beginnende Schulzeit herangeführt wurden.
Die Oberstufe unserer Schule im Opferbach 6 wikkelte mit Hilfe der Eltern für je zwei Schulanfänger einen Bogenkranz aus Waldgrün. Hatten wir ein warmes
Lehrer abgegeben und wurden nach der Geschichte von der zukünftigen Lehrerin, Frau Hartert, den Schulanfängern überreicht. Wieder unter dem Schmuckbogen wurden die neuen Schüler nach Hause geleitet.
In diesem Bild ist die Einschulung des Jahres 1957 festgehalten. Acht Schülern wurde in diesem Jahr der schöne Schulbeginn bereitet: Norbert Ahrens, Rolf Aue (2.v.1.), Rolf Behrens, Edda Haroth, Herbert Hippe (3.v.1.), Henning Hippe, Rita Kaiser und Bernhard Walter. Den Bogenkranz tragen: Klaus-Dieter Schnur (l.) und Helmut Leunig (r).
Seit 1971 gibt es in Roringen keinen Schulbetrieb
Frühjahr, wurden in den Bogen einige Frühblüher wie Märzbecher, Leberblümchen, Anemonen und Schlüsselblumen eingesteckt. Von den älteren Schülern wurden die ABC-Schützen unter dem schönen Bogen von Zuhause zur Sammlung in die Opferbach-Schule abgeholt. Von dort aus ging es zur Kirche zum gemeinsamen Gottesdienst aller Schüler und Eltern. An der Kirchentür wurden die neuen Schüler von Pastor Schiller mit freundlichen Worten namentlich begrüßt.
Nach der Feier nahmen die älteren Schüler ihre Schützlinge wieder unter den hübschen Bogen und geleiteten sie in ihre zukünftige Klasse, die sich als Unterstufe in der heutigen Bücherei am Thie befand. Im Jahre 1949 war das ehemalige Spritzenhaus zur Schule umgebaut worden. Hier wurde den Kindern vom damaligen Schulleiter Franz Paul eine Geschichte von der Zukkertüte, so nannte man die Schultüte damals, vorgelesen. Die Schultüten waren vorher von den Eitern beim
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mehr. Die Roringer Kinder fahren nun mit dem Schulbus in den Nachbarort Herberhausen. Jede Klasse hat nun ihren eigenen Klassenraum. Das Schuljahr beginnt nach den Sommerferien im August oder September. Geblieben ist der Gottesdienst für die Schulanfänger, jetzt in der Herberhäuser Kirche. Die älteren Schüler studieren ein Stück für die ABC-Schützen ein, das in der Turnhalle der Herberhäuser Schule aufgeführt wird. Nach dem Ende der Vorstellung geht die Lehrerin mit den neuen Schulkindern in ihre Klasse. Auch heute noch bekommen die Schulkinder ihre Schultüten von den EI- tern überreicht.
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Flur-Namen
Mit der Ortsgeschichte untrennbar verbunden sind die Flurmamen, Bezeichnungen für Wiesen, Felder, Äkker, Wege, Hügel, Täler, Gewässer, Brücken usw.. Zumeist versteht man unter einem Flurnamen eine Bezeichnung für eine unbewohnte Örtlichkeit. In Roringen und dessen Flur finden sich etwa die Namen Drakenberg, Liehbreite, An der Krimpe. Nicht selten leben diese dann als Straßennamen weiter: Rottenanger, Im Großen Hof, Opferbach, Hohler Graben.
Schon immer weckten Flurnamen das Interesse der Menschen, vor allem dann, wenn der ursprüngliche Sinn nicht mehr sofort erkennbar war. Um die undurchsichtigen Wörter rankten sich schon bald Geschichten, Fabeln, Erzählungen. Ein Franzosengrund sollte danach an den Tod eines Soldaten aus den Freiheitskriegen erinnern, ähnlich wird ein Russengraben verstanden. Die wahren Grundlagen der Benennung sind oft ganz anderer Art und beziehen sich zumeist ganz konkret auf die Örtlichkeit, sehr häufig auf die bäuerliche Welt, die sich in ihnen widerspiegelt: da geht es um den Anbau (Buchweizenwiese, Linsenkamp), um Viehzucht (Bullenwiese, Kälberweide), um Bienenzucht (niederdeutsch imme in Immentun), um Milchwirtschaft (Melksteg).
Die Aufdeckung der wirklichen, ursprünglichen Bedeutung der Flurnamen ist in Niedersachsen mit einem sprachlichen Problem verbunden: entsprechend der sprachgeschichtlichen Entwicklung stammt ein großer Teil des Flurnamen nicht aus dem jetzt allgemein gesprochenen Hochdeutschen, sondern aus dem früher allein vorherrschenden Niederdeutschen (Plattdeutschen). Dessen Kenntnis allein führt zur richtigen Deutung; bei manchen Namen hilft schon der Austausch eines einzelnen Lautes, um die niederdeutsche Grundlage zu erkennen: Flas(s) = Flachs, Swien = Schwein, Bleke = Bleiche, Botter = Butter, Brake = Brache usw..
Bei schwierigeren Namen liegt nicht selten eine Erscheinung zugrunde, die in allen Sprachen und Dialekten der Welt zu beobachten ist: die Veränderlichkeit der Sprachen bringt es mit sich, daß sich der Wortschatz einer Sprache, einer Sprachgruppe verändert. Einzelne Wörter werden irgendwann durch andere ersetzt und verschwinden. Dies bedeutet nicht selten, daß das Wort in der lebenden Sprache nicht mehr verwendet wird, sondern nur noch aus Texten, Wörterbüchern und schriftlichen Aufzeichnungen gewonnen werden kann. Mit diesem Prozeß geht einher, daß Wörter in ihrer Verwendung eingeschränkt sein können und nicht mehr von allen Sprechern benutzt werden. So verwendet man heute zum großen Teil Pferd für Roß, Insel für Eiland, ehrlich, rein für lauter usw.. Roß, Eiland, lauter wirken heute antiquiert oder gehoben, waren aber einmal Bestandteil des allgemeinen Sprachgebrauchs.
Die Faszination der Flurnamen liegt darin, daß gerade sie alte Wörter enthalten, die ein moderner Sprecher nicht mehr benutzt und daher auch nicht erkennt. So enthalten Namen wie Lauterbach oder Lutter das eben genannte lauter in seiner ursprünglichen Form: Lauterbach ist der hochdeutsche „saubere, reine Bach“, Lutter seine niederdeutsche Entsprechung.
Zusammenfassend gesagt: Wörter verschwinden aus der Sprache. Aber sie leben oft in den Orts-, Flur- und Flußnamen weiter. Diese verändern sich zwar häufig in ihrer sprachlichen Gestalt, indem sie Lautveränderungen, denen eine Sprache immer unterworfen ist, mitmachen, aber sie bleiben konstant am Ort. Mit anderen Worten: „Namen sind der Friedhof der Wörter“. Hat sich erst einmal ein Name für eine bestimmte Siedlung, einen Fluß, einen Berg usw. allgemein durchgesetzt, so bleibt diese Verbindung zumeist erhalten.
Ein Beispiel aus Roringen: der Flurname Ortloh lebt heute in dem Strassennamen Zum Ortloh weiter. Es fällt nicht schwer, darin einen Zusammenhang aus Ort + - loh zu erkennen. Beide Wörter scheinen heute bekannt
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THIE-BOTE Nr. 2
zu sein, an Ort und Stelle sein ebenso wie Loh. Aber bei der Bestimmung dessen, was Loh bedeutet, stutzt man. Erst bei genauerem Überlegen kommt man vielleicht auf die Bedeutung „Flamme“ oder auch „Gerbemittel“ (Lohmühle). Beides trifft aber für den Roringer Flurnamen nicht zu; auch Ort im Sinne von „Stelle“ hilft nicht weiter. Die beiden Elemente des Flurnamen enthalten nämlich andere Wörter, deren Bedeutung einem Sprecher des 20. Jahrhunderts nicht mehr unmittelbar zugänglich ist: Ort bedeutet hier „Spitze, Ecke“, in Flurnamen zumeist „äusserstes Ende eines grösseren Flurstücks“ und loh enthält ein altes Wort mit der Bedeutung „kleines Waldstück, Gehölz“. Ortloh könnte hier
Strassennamen in Roringen
Strassennamen haben auch eine Geschichte. Nicht immer tragen die Strassen noch den Namen, den sie ursprünglich erhalten haben. Auch in Roringen haben sich die Strassenbezeichnungen geändert. Blicken wir also rückwärts in die Vergangenheit und auf die Geschichte der Strassennamen.
Als Roringen im Jahre 1973 in die Stadt Göttingen eingemeindet wurde, wurden alle diejenigen Strassennamen durch Ratsbeschluss vom 14.12.1973 geändert, die bereits im Stadtgebiet vorhanden waren. Im Altdorf wurden aus
Angerstrasse Rottenanger, Oberdorf Baumgarten, Gartenstrasse Kleeanger, Wiesenstrasse Obere Wiesen.
Die neue Namensgebung erfolgte in Anlehnung an die alten Flurbezeichnungen.
Im Neudorf verloren die Strassen am Menzelberg, die wenige Jahre zuvor nach Bäumen genannt waren, ihren Namen. Einige Bürger hatten auf ihren Grundstücken bereits die namengebenden Bäume angepflanzt, z. B. Lärchen im Uranusweg, Kiefern im Saturnweg. Es wurden geändert:
Ahornweg Merkurweg Akazienweg Neptunweg, Lärchenweg Uranusweg, Kiefernweg Saturnweg, Lindenweg Jupiterweg.
Die Namen gehen auf einen Vorschlag des Leiters des Vermessungsamtes der Stadt, Herm Dipl.-Ing. Tamke, zurück, der durch die Flur „Im Himmel“, die vor dem Ortloh liegt, dazu angeregt worden war. Der kriegeri-
Tee ee eeeeWWWPRRFERTEEEEEREEESAEEEEE ERREGER
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auf eine Waldspitze hinweisen.
Die Deutung der niedersächsischen Flurnamen kann inzwischen auf gute Hilfsmittel zurückreichen. An erster Stelle ist zu nennen U. SCHEUERMANN, Flurnamenforschung, Melle 1995. Wichtige Hilfen für den Wortschatz niederdeutscher Flurnamen bietet ferner das Buch von A. LÜBBEN & Ch. WALTHER, Mittelniederdeutsches Handwörterbuch, Nachdruck Darmstadt 1995. Mit Unterstützung dieser beiden Publikationen können viele Probleme der Flurnamen auch von interessierten Laien erfolgreich gelöst werden.
Jürgen Udolph
sche Mars wurde nicht berücksichtigt, Venus erst später als Namens-Patin für den Venus-Ring verwendet und Pluto fehlt, weil es keine weitere Strasse gibt. Allerdings folgen die Strassennamen nicht konsequent der Reihung der Planeten. Reiht man die Planeten unseres Sonnensystems nach dem Abstand von der Sonne, so lautet die Reihe: Merkur - Venus - Erde - Mars - Jupiter
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THIE-BOTE Nr. 2
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- Saturn - Uranus - Neptun - Pluto.
Unverändert blieben die folgenden Strassenbezeichnungen: Lange Strasse, Im Winkel, Opferbach, Schmiedestrasse, Zum Ortloh, Hohler Graben, Im Grossen Hof, Am Menzelberg. Traubenbreite und Waldhof sind in den Stadtplänen noch nicht erwähnt.
Roringens Strassennamen haben drei Ursprünge:
a. Sie bezeichnen ein charakteristisches Merkmal der
Strasse wie z. B. Langestrasse oder Schmiedestrasse.
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nee a en En een nn reiste
b. Sie verweisen auf eine Flur, z. B. Zum Ortloh.
c. Schliesslich gibt es neue Strassen, die eines Namens bedürfen z. B. Jupiterweg.
Wir wollen in der kommenden Zeit die Bedeutung der Strassen-Namen und ihre Entstehung verfolgen und dabei werden besonders die Flurnamen in das Blickfeld geraten. Wer daran ein Interesse hat, ist herzlich eingeladen mitzumachen.
Siegfried Ritzkowski
Der Deckbulle
Wenn wir in unserem Ort einmal Rückschau halten, müssen wir feststellen, dass es - im Gegensatz zu heute - doch ein weitaus grösseres Zusammenhalten und Zusammenrücken gab. Ein gutes Beispiel ist das Halten des Deckbullen für die Kuhhalter der ganzen Gemeinde.
Fast einhundert Jahre befanden sich Deckbullen im Besitz der Familie Haroth in der Langenstrasse. Es gab nie einen richtigen Verein, es war immer nur ein Absprechen unter den Landwirten. Der Halter kaufte den Bullen; er finzanzierte ihn durch den Verkauf des alten Tieres und durch ein Deckgeld, was mit einem Beleg, der zugleich Deckschein war, quittiert wurde.
Bis 1934/35 durfte der Bulle von guten, schon dem Herdbuchring angehörenden Betrieben, so z. B. vom Klostergut Weende, Lohmann oder auch von Lockemann in Herberhausen oder von Klingelhöfer in Gross Lengden gekauft werden. Seit 1935 wurde der Bulle auf Auktionen gekauft; ein Kauf aus Privathand war nicht mehr möglich. Die Gemeinde Roringen gehörte zum Auktionsgebiet Northeim. In unserem Dorf gab es 30 Halter mit etwa 120 bis 140 Milchkühen.
Diese Art der Bullenhaltung ging bis 1969/70. Danach gab es die Bullenhaltungs-Genossenschaft, die bei der Landbuchstelle geführt wurde und die künstliche Besamung mitverwaltete. Nach dieser Umstellung hatte man in Roringen mehr Kühe, etwa 220 bis 230 im Jahr 1973/74. Heute haben wir in Roringen nur noch einen Betrieb mit Milchviehhaltung.
Hannelore Meyer
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Roringens Einwohner 1939-1999
Die Einwohnerzahl dient traditionellerweise zur Kennzeichnung der Grösse eines Ortes. Sie wird vom Amt für Statistik der Stadt Göttingen ermittelt und jährlich in der „Göttinger Statistik“ veröffentlicht. Stadtteile und Ortsteile werden separat aufgeführt. Deshalb ist auch die Entwicklung der Roringer Einwohnerzahl in den vergangenen 60 Jahren dort nachzulesen. Dankenswerterweise hat das Amt für Statistik uns Angaben zukommen lassen.
Im Folgenden wird die Einwohnerzahl für den Zeitraum 1939-1999 dargestellt, wobei für die Kriegs- und Nachkriegsjahre die Datensammlung lückenhaft ist.
Was spiegelt die Tabelle in den Einwohnerzahlen wider?
Vor dem Ausbruch des II. Weltkrieges, im Jahre 1939, lebten 299 Menschen in Roringen.
nach Arbeit liessen in den folgenden acht Jahren die Bevölkerung in Roringen um 135 Einwohner schrumpfen. Im Jahre 1958 zählte man nur noch 408 Bürger.
Das Wirtschaftswunder der 50er Jahre, das Roringen eine zentrale Wasserversorgung brachte und die Kanalisation, machte Roringen als Wohnort zunehmend attraktiv. In den folgenden acht Jahren bis 1966 wuchs der Ort um 124 Einwohner, das sind im Mittel etwa 15 Personen/Jahr.
Die intensive Bautätigkeit an Rottenanger, Kleeanger und Obere Wiesen in den Jahren 1970-1972 liess die Einwohnerzahl emporschnellen. Jährlich wuchs deren Zahl im Mittel um 103 neue Mitbürger. Insgesamt 1.054 Bewohner zählte man nach drei Jahren in Roringen.
Das Baugebiet „Am Menzelberg“ führte Anfang der siebziger Jahre zu einer Fortsetzung dieses steilen Anstieges und brachte bis zum Ende des Jahres 1972 weitere 229 Bürger in das Dorf.
In den folgenden 12 Jahren stieg die Zahl der Einwohner weiter an, jedoch nicht mehr so sprunghaft, sondern langsam. Die Lücken in den Baugebieten wurden
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Roringen Einwohnerzahl 1939-1999
Bis 1950 stieg die Zahl der Einwohner um 243 Personen auf 543 Einwohner. Flüchtlinge und Aussiedler hatten in grosser Zahl auch in Roringen eine Bleibe gefunden.
Für viele war es nur ein vorübergehender Aufenthalt, denn Familienzusammenführung und die Suche
ausgefüllt. Auch im Altdorf entstanden neue Wohnungen. Studenten suchten angesichts des rasanten Wachstums der Universität Göttingen im nahen Umfeld eine Wohnung. Im Jahre 1984 erreichte die Einwohnerzahl ihren Höchststand, nämlich 1.179 Einwohner.
Auch die Bebauung „Kohlhof“ (Strasse Venusring),
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die zu Beginn der neunziger Jahre erfolgte, oder der Zuzug von Flüchtlingen aus Krisengebieten führte nicht wieder zu dieser hohen Einwohnerzahl.
Vielmehr ging seit dem Jahre 1993 die Einwohnerzahl kontinuierlich zurück. Im Jahresmittel verliessen 19 Bürger den Ort, insgesamt 114 in den vergangenen 6 Jahren. Es mag dies mit dem Studentenschwund an der Universität zusammenhängen. Auch Flüchtlinge aus den Balkanländern kehrten in ihre Heimat zurück. Die Geburtenzahl verringerte sich bei gleichbleibender Sterbezahl. Mit 1.059 Einwohner liegt Roringen am 31.12.00 auf einem Niveau, das zu Anfang der siebziger Jahre, nach der Bebauung Menzelberg, erzielt wurde.
6 mal Goldene Hochzeit in Roringen
Roringen in Zahlen - ist das nur eine nüchterne Statistik? Sind es nur unanschauliche Zahlen?
Da gibt es die Zahl der Einpersonen-Haushalte für das Jahr 2000: in Roringen sind es 32 % aller Haushalte, in Nikolausberg 39 %, in Göttingen 55%. In Hannover (1995) sind gar 67% aller Haushalte Single-Haushalte. Die Tendenz ist steigend.
Ich stelle mir Personen inmitten dieser Zahlen vor. Da gibt es die jungen Leute, die angefangen haben, selbständig zu werden. Da sind die vielen anderen, deren Beruf oder Lebensumstände es erforderlich machen, einen Single-Haushalt zu führen. Da gibt es diejenigen, die durch Trennung welcher Art gezwungen sind, allein zu leben. Da gibt es aber auch diejenigen, denen es gelungen ist, eine lange Zeit, gar ein halbes Jahrhundert zusammenzuhalten und Freud und Leid miteinander zu teilen.
Wie viele Wohngebäude gibt es in Roringen?
Schätzen Sie doch einmal ganz spontan - ehe Sie weiterlesen - wie viele Wohngebäude es in Roringen gibt. Es gibt, so die Zählung zum 31.12.2000, insgesamt 266 Wohngebäude mit 467 Wohnungen in unserem Ort. Die Nebengebäude, nämlich die ehemaligen Stallungen, Scheunen und Geräteschuppen sind darin nicht gezählt.
Die Wohngebäude sind zu unterschiedlicher Zeit
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Ist es denn nützlich, dieses alles zu wissen? Die Existenz des Kindergartens, seine Gruppenzahl und Gruppengrösse hängt von der Zahl der Roringer Kinder ab. Die Zahl der Einwohner und der Haushalte haben einen konkreten Einfluss auf den Umsatz im Dorfladen. Die finanziellen Zuwendungen der Stadt an den Ortsrat richten sich nach der Einwohnerzahl. Andere Dienstleister beachten bei ihren Planungen die Einwohnerzahl, insbesondere die Tendenz, ob zunehmend oder abnehmend. Vor allem aber ist eine realistische Einschätzung der Bevölkerungssituation hier vor Ort wichtig für alle Planungen für den Ort.
Siegfried Ritzkowski
In Roringen sind es sechs Paare, die im Jahre 1999
das Fest der Goldenen Hochzeit feiern, nämlich Erika und Hubert Bergsieker, Irmgard und Waldemar Dumke, Emma und Hermann Magerhans, Jutta und Walter Ronnenberg, Marlies und Willi Rosenplänter, Hildegard und Kurt Schnur.
Sie haben 1949 in der Nachkriegszeit geheiratet, als von dem Wirtschaftswunder der 50er Jahre noch nichts zu spüren war. Sie haben, mit einer Ausnahme - in Roringen geheiratet und zumeist auch in Roringen gelebt.
In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts zerstörten zwei Weltkriege, zwei Wirtschaftskrisen und ein tyrannisches System viele Ehen. Die sechs Jubel-Paare eines kleinen Ortes - im Jahr 1950 lebten in Roringen 543 Personen - sind auch ein deutliches Zeichen dafür, dass wir in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts in Frieden und Wohlergehen leben können.
Die vielen Single-Haushalte unserer Tage jedoch lassen ahnen, dass Jubiläen dieser Art im Aussterben begriffen sind. Siegfried Ritzkowski
gebaut worden: aus der Zeit vor 1918 stammen 57 Gebäude. In den Jahren 1919 bis 1957 wurden nur 7 gebaut. Zwischen 1958 und 2000 sind 202 neue Wohngebäude hinzugekommen. Die Einwohnerzahl stieg entsprechend an.
In den vergangenen zehn Jahren wurden zwar 20 Wohngebäude erstellt, die Einwohnerzahl aber verringerte sich um 106 Personen. Die eigentlich so einleuchtende Formel „mehr Wohnungen bedeuten mehr Ein- - wohner“ beschreibt offensichtlich nicht die Realität.
Siegfried Ritzkowski
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esse TFT öz EeE
Die Glocken der St. Martins-Kirche zu Roringen
Glocken künden Zeit und Stunde. Sie läuten den Tag, den Feierabend und den Sonntag ein, sie begleiten die Toten auf ihrem letzten Weg. Die Tageseinteilung des christlichen Mittelalters, nämlich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und die Stundeneinteilung nach der klösterlichen Gebetsordnung oder dem Meßdienst der Pfarrkirchen - beides wurde durch Glockengeläut angezeigt. Dieses grobe Zeitraster lebt in der heutigen Läuteordnung fort. Die Glocken sind das hörbare Zeichen dafür, dass die Kirche im Dorf ist. Was erzählen die Glocken?
Im Jahre 1925 - so ist einem Brief des Pastors Witthaus vom 10. Okt. 1925 an den Gemeindeausschuss der selbständigen politischen Roringen zu entnehmen - hing nur eine Glokke im Turm der St. Martins-Kirche, weil eine andere Bronzeglocke im 1. Weltkrieg, nämlich am 31. August 1917, hatte abgeliefert werden müssen. Diese Glocke klang zudem unschön. Nun hatte in diesem Jahr der Verkauf des Obstes an den Gemeindewegen gutes Geld gebracht, so dass die Kirchengemeinde dem Gemein-deausschuss nahelegte, davon zwei Glocken zu erwerben. Dabei sollte die alte Bronzeglocke in Zahlung gegeben werden.
Zwei Eisenhartguss-Glocken wurden von der Giesserei Ulrich & Weule in Bokenem gegossen und bereits am 8. Dezember 1925 ausgeliefert.
Die Eisenglocken von 1925 Die grosse Glocke mit einem Durchmesser von 1,14 m am unteren Rande und einem Gewicht von 660 kg klang in a’. Ihr Klöppel wog 47 kg. Sie trägt folgende Inschriften zum Gedenken der Gefallenen des 1. Weltkrieges. „Unseren Gefallenen zu Dank und Ehren“ und „Zerschlagen in eiserner Zeit fürs Vaterland zur Wehr, Erneut bin ich bereit, zu dienen Golles Ehr“
In einem Bericht von 1950 findet sich erstmals der Hinweis darauf, dass die grosse Glocke gesprungen sei. Sie wurde 1966 deshalb aus dem Glockenstuhl genommen und auf dem Kirchhof, auf der Südseite der Kirche mit Weltkugel und Kreuz aufgestellt, wo sie auch heute noch steht.
Die kleinere Glocke, die einen Durchmesser von 95 cm aufweist und ein Gewicht von 360 kg besitzt, hat den Schlagton c’’. Im Jahre 1966 wurde sie als Uhrschlagglocke über der Glockenstube fest montiert. Nach dem Brand 1999 wurde sie nicht wieder in den Turm eingehängt, sondern auf dem Kirchhof deponiert, denn der Glockensachverständige hatte sie bereits 1954 als schrottreif bezeichnet.
Während des II. Weltkrieges waren die Anlässe zum Läuten stark eingeschränkt, und es durfte jeweils nur 3 Minuten geläutet werden . Beide Glocken überlebten den Krieg, da sie keine Bronzeglocken waren und nicht
abgeliefert werden mussten.
Die drei Bronzeglocken von 1966
Es ist der Initiative von Pastor Schiller zu verdanken, dass die St. Martins-Kirche seit 1966 drei Bronzeglocken besitzt. Im März 1966 legte die Glockengiesserei Bachert aus Bad Friedrichshall ein Angebot über drei (gebrauchte) Bronzeglocken vor. Am 15. Juli 1965 beschloss der Kirchenvorstand, die Glocken zu kaufen. Den Glockenstuhl, der drei statt bisher zwei Glocken aufnehmen musste, zimmerte Georg Hampe aus Göttingen bis zum April 1966 aus Eichenholz.
Am 20. Mai 1966, einem Freitag, wurden die Glokken von Bad Friedrichshall nach Roringen transportiert,
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am folgenden Tage abgeladen und am 24., 25. und 26. Mai in den Turm gehievt, wobei die grosse Eisenglocke herausgenommen wurde. Kräftige Hilfe kam von den Einwohnern Eduard Bornemann, Werner Curdt, Heinrich Hippe, Albert Kaiser, Werner Kirstan, Willi Masuch, Karl Mesecke, Günter Meyer, Willi Rosenplänter, Wilhelm Waldmann sen., Willi Willmer und Alfred Wolf.
Als ein besonderer Freudentag wurde stets das erste Geläut einer Glocke gefeiert. Über das feierliches Aufziehen und Einweihen der Glocken von 1925 berichtete Pastor Schmidt. 1966 beklagte Pastor Schiller , dass eine feierliche Einholung der Glocken unterblieben wäre, weil die die Lieferung nicht rechtzeitig angekündigt wurde.
Die Montage der Bronze-Glocken war am 27. Mai 1966 abgeschlossen. Küster Willi Willmer läutete per Hand zur Probe, denn das Läutewerk wurde erst am 6. Juli 1966 montiert. Die feierliche Weihe der drei Glocken erfolgte im Gottesdienst am folgenden Sonntag.
Von den Gesamtkosten von knapp DM 20.000.- brachte die Kirchengemeinde durch Kollekten, Spenden und Haussammlungen etwa 43% auf.
Die grösste der Glocken, die 662 kg-Glocke mit dem Schlagton g‘, besitzt einen unteren Durchmesser von 1066 mm und ein Gewicht von 662 kg. Sie wurde 1952 von Gebr. Bachert/Knochendorf gegossen. Ihre Inschrift: „Beiet ohne Unterlass“.
Die mittlere, die 420 kg-Glocke mit dem Schlagton b’ weist einen Durchmesser von 875 mm auf und ein Gewicht von 420 kg. Sie wurde 1884 von Joh. Hermann, Memmingen, gegossen und trägt die Inschrift: „Wenn ich rufe höret meine Stimme“.
Die kleinste, die 296 kg-Glocke mit dem Schlagton ce’ durchmisst maximal 767 mm. Sie wurde 1928 von Hch. Kurtz, Stuttgart gegossen. Ihre Inschriften lauten: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ und „Gestiftet von Petros Georgian MDCCCCXXVII!“ (1928).
Die drei Glocken mit den Schlagtönen g’- b’- c” ergaben ein charakteristisches Geläut, das das „Te- Deum-Geläute“ genannt wird. Diese Tonfolge ist bei
dem Kauf angegeben und später auch bei einer Glocken-
revision ermittelt. Der Revisor gab die Empfehlung, den Stundenschlag an die Mittlere Glocke zu legen und auch sie für das
dreimalige Gebetsläuten zu nutzen.
Bei dem Brand am 07. November 1999 erlitten die vier Glocken, die im Kirchturme hingen, dem Augenschein nach keine Beschädigungen. Sie wurden am 02. Dezember 1999, nachdem der Helm des Turmes abgehoben war, aus der Glockenstube genommen und für die Bauzeit auf dem Kirchhof deponiert. Beschädigt waren die beweglichen Teile, nämlich die Joche und die Klöppelleder.
Eine Klangprüfung der Glocken nach dem Brande ergab jedoch ein abweichendes Klangbild: die Grosse Glocke von 1953 soll nun in ges’, die Mittlere Glocke von 1884 in as’ und die Kleine Glocke von 1928 in ces’’ klingen. Tonhöhen und Intervalle müssten sich demnach bei dem Brand verändert haben.
Die Glocken wurden am 17. Juli 2000 sang- und klanglos in die Glockenstube gehievt. Eine Handvoll Dorfbewohner war zufällig anwesend.
Am Morgen des 7. November 2000, dem Jahrestag des Brandes, läuteten die Glocken erstmals wieder den Tag ein. Roringen hatte nun wieder ein schönes Geläute. Ein halbes Jahr versahen die Glocken ihren Dienst an Werktagen wie an Feiertagen und bei Beerdigungen, ehe sie bei der Einweihung der Kirche am 13. Mai 2001
erneut geweiht wurden. Siegfried Ritzkowski
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Unser Laden
Von der Projekt-Idee bis zur Eröffnung
Obgleich seit Mitte der sechziger Jahre die Einwohnerzahl von Roringen stark anstieg, verringerten sich die örtlichen Versorgungs-Einrichtungen. Ein Lebensmittelsupermarkt machte den örtlichen Lebensmittelläden den Garaus (1971 und 1973), bevor er selbst aufgab (1976). Die Grundschule verliess den Ort (1971). Eine Gaststätte schloss, desgleichen die Zweigstelle der Volksbank und die Poststelle. Auch die Verwaltungsstelle der Stadt stellte mit Jahrsbeginn 1999 um von Sprechstunde vor Ort auf Besuchsdienst nach Wunsch. Der Kindergarten wurde verkleinert. Nunmehr war der soziale und wirtschaftliche Werteverfall des Ortes unübersehbar.
Als der Ortsrat am 24.06.99 informiert wurde, dass auch die Zweigstelle der Sparkasse Göttingen aufgeben würde, wurde unter mehreren Nutzungs-Möglichkeiten des Gebäudes auch die eines dringend benötigten Dorfladens diskutiert. Ingo Herbst legte am 21.09.99 die Ideenskizze eines Lebensmittelgeschäftes in Roringen vor: Wie müsste ein Laden aussehen? Welche Personal- und Raumkosten wären tragbar? Wie könnte ein Laden finanziert werden und welche Rechtsform wäre
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ORTSRAT RORINGEN Der Ortsbürgermeister
An alle Roringer Mitbürgerinnen und Mitbürger
EINLADUNG ZUR BÜRGERVERSAMMLUNG
Lisbe Mitbürgerinnen und Mitbürger |
Der Wunsch der Roringer nach einem Lebensmittelgeschäft kann in dem Gebäude der ehemaligen Sparkasse Wirklichkeit werden,
Der Ortarat von Roringen und eine Zahl Roringer Mitbürger haben sich vom Landkreis Göttingen über ein Modell eines Nachbarschaftsiadens informiert.
Diese durchaus praktikable Lösung wollen wir der Roringer Bevölkerung vorstallen.
Wir laden deshalb für
Donnerstag, 25. November 1999 19.00 Uhr
in das Dorigemeinschaftshaus Roringen ein.
(Ortsbürgermeister)
Alle Roringer Vereine begrüßen diess Initiative und bitten ihre Mitglieder und ihre
"Detlef Koch Horst Raub Heinz Joachim Gröte (Freiwillige Feuerwehr) (TV Roringen) (Schützenverein) Aymillikeunı u Loleanehg.
Dr. Siegfried Ritzkowskl {Für den Kirchenvorstand)
möglich?
Das Bemühen um weitergehende Informationen zeigte, dass sich Roringen nicht allein in einer derartigen Situation befand. Der Landkreis Göttingen lud zu einer Informationsveranstaltung über Dorfläden am 08.10.99 ein, an der auch eine Arbeitsgruppe des Ortsrates (bestehend aus J. Behrendt, A. Bornemann, B. Magerkurth und S. Ritzkowski) teilnahm. Aus den Kontakten mit dem erfolgreichen Projekt eines Dorfladens in Altenhasungen/Nordhessen resultierte eine Studie über Investitionen, Finanzierung und dem möglichen Ergebnis eines Dorfladens in Roringen von Ingo Herbst (27.10.99).
Der Vereinsvorständesitzung am 04.11.99 konnte bereits ein Strategiepapier zur Beratung vorgelegt werden, das konkrete Vorstellungen über Umsatz, Beschaffung der Investitionsmittel, Sortiment, Lieferanten, Umgang mit bisherigen Händlern u.a.m. enthielt.
Die Arbeitsgruppe (ergänzt um I. Herbst und M.-T. Waning-Ernst), der Ortsrat und die Vereine des Ortes luden zu einer ersten Bürgerversammlung am 25.11.99 ins Dorfgemeinschaftshaus ein, auf der den etwa 135 Zuhörern das Projekt vorgestellt wurde. Das Göttinger Tageblatt verzeichnete am 25.11.99: „Grosse Zustimmung für geplantes Dorfladen-Projekt in ehemaliger Sparkassen-Filiale. Für UNSER LADEN sind alle Finger oben.“
Diese überwältigende Zustimmung im Ort war Vor-
a ne are mn ee
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THIE-BOTE Nr. 2
aussetzung und Motivation für weiteres Vorgehen: Auf eine Fragebogenaktion antworteten 120 Haushalte zu Öffnungszeiten, Sortiment, zusätzliche Dienste. Eine Satzung für die Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) wurde vorbereitet und Gespräche mit der Sparkasse Göttingen, der Stadt und anderen Behörden aufgenommen, um das ehemalige Sparkassen- Gebäude am „Venusring 31“ nutzen zu können.
Auf der Gründungsversammlung der „UNSER LA- DEN GbR“ am 16.12.99 traten 101 Teilhaber, jeder mit 300 DM Anteil, der Gesellschaft bei. Weitere 20.000 DM wurden als Darlehen gezeichnet. Dies war ein Ergebnis der soliden Vorbereitung und der umfassenden Information. Zu Geschäftsführern wurden J. Behrendt, I. Herbst, B. Magerkurth und M.-Th. Waning-Ernst bestellt. Wie sehr sich die Bürger mit dem Vorhaben identifizierten zeigte sich auch in der Weihnachtsbaumaktion der Jugendlichen am 18.12.99, die DM 1.145.- für das „UNSER LADEN-Projekt“ spendeten.
Finanzierung und Förderung
Versammlungen und Aktionen sind augenfällige Aktivitäten. Die Tätigkeit der Geschäftsführer dagegen vollzieht sich im Stillen. Es begannen zu Beginn des
Jahres 2000 Verhandlungen mit der Sparkasse Göttingen und der Stadt Göttingen, um einen günstigen Miet-
Wir Roringer Jugendliche haben uns
etwas einfallen lassen: Samstag,d. 18. 12.1999
erkauf Weihnachts baume
Verkau Bäume sintf ganz frisch, nicht über Tausende typau aus Nord- und Osteuropa, sondern aus Weende, von uns selbst gesägt
Den Erlös spendieren wir für UNSEREN LADEN
.. F} 2. Glühwein Keine Fertigware, sondern von uns selbst angesetzt, nur sehr gute Zutaten
Den Erlös spendieren wir für den Wiederaufbau unserer Kirche
3. Weihnacktibratwurst
Die gute Grobe, auf Holzkohle (gespendet), die nach Mehr schmeckt
Den Erlös snendieren wir für den Wiederaufbau unserer
Kirche Die Türen der ehemaligen Sparkasse sind geöffnet. Es gibt Gelegenheit zur Besichtigung, zum Hinsetzen, zum Plaudern. Ortsratsmitglieder und die Gruppe UNSER LADEN sind anwesend !
Datum : Samstag,d. 18. 12.1999 Zeit : von 12.00 bis 19 Uhr Ort vehemalige Sparkasse,
zukünfter Standort von Unserem Laden
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vertrag (DM 300.-/Monat für die Dauer von 3 Jahren) und die Erlaubnis eines Umbaus zu erzielen. Der Bauantrag wurde eingereicht. Das Amt für Agrarstruktur (AfA) bewilligte Mittel aus dem Programm „Entwicklung typischer Landschaften und der ländlichen Räume“ (ETLR) bis zu 50% der zuwendungsfähigen Ausgaben, insgesamt DM 19.700.-wurden (bis einschl.
15.07.2001) abgerufen. Der Ortsrat erklärte am 17.02.00 einstimmig sein Engagement für das UNSER LADEN- Projekt und beschloss, dessen Öffentlichkeitsarbeit mit einem Zuschuss von DM 2.000.- zu unterstützen. Bei der ersten Gesellschafterversammlung am 09. 03.00 zählte die GbR bereits 134 Gesellschafter, d.s. 30% der 450 Roringer Haushalte. Für den Fall eines Rückbaus der baulichen Veränderungen übernahm der Ortsrat (27.06.00) eine Bürgschaft in Höhe von DM 14.000...
Der Umbau
Der Mietvertrag mit der Stadt zum 01.08.00 wurde zum Startschuss für den Umbau. Die trennende Wand des Kassenraumes fiel unter den wuchtigen Hammerschlägen der ehrenamtlichen Helfer, desgleichen die Trennwand zum Zimmer des Zweigstellenleiters und die Wand des Tresorraums. Glücklicherweise veränderte dies alles nicht die Statik des Gebäudes. Den 2-t-Tresor entfernte die Firma Nordmeyer/Göttingen. So entstand ein Verkaufs-Raum von ca. 100 m? Fläche. Sozialraum/ Büro und WC blieben erhalten.
Ein behindertengerechter Zugang wurde geschaffen. Die Entfernung des Teppichbodens gestaltete sich zu einer mühseligen Arbeit. Kanäle für die Kühlmittel der Kühlanlage, die ausserhalb gelagert werden sollten, mussten gesternmt, die Elektroanlagen verlegt werden. Unter dem neuen Anstrich verschwand, was Arbeit und Mühe bereitet hatte. Das Verlegen der gesamten Fliesen schafften geschickte Hände in einem einzigen Tag. Die zahlreichen unscheinbaren Arbeiten können garnicht alle aufgelistet werden.
Die Einrichtung
Die Ladeneinrichtung aus zweiter Hand stammte aus Elliehausen. Alles musste jedoch intensiv gereinigt und manches neu gestrichen werden. Die Kühltruhe war nach der Reinigung fast nicht mehr wiederzuerkennen. Auch die Kühlzelle für die verderblichen Lebensmittel konnte zu niedrigem Preis erworben werden. Die Kosten für die Einrichtung blieben erheblich unter dem Voranschlag.
Neu war die Kasse. Sie ist Teil eines EDV-Systems zur Bewirtschaftung der Waren, das nicht nur die Zahlungen der Kunden aufnimmt, um das Wechselgeld zu ermitteln, sondern das sogleich die Rabatte für die Gesellschafter errechnet, die Lieferungen erfasst, die Be-
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stände registriert, die Zahl der Kunden und ihren Kauf notiert, die Arbeitszeit der Mitarbeiter registriert, die Auszeichnung der Waren übernimmt und vieles andere mehr. Dieses Wunderwerk der EDV spart Arbeitskraft und hilft Fehler zu vermeiden.
Organisation
Ehe UNSER LADEN eröffnen konnte, mussten Gewerbeaufsichtsamt und andere Ämter der Stadt ihre Zustimmung erteilen, waren Versicherungen und Verträge mit Lieferanten abzuschliessen, es musste mit dem Finanzamt verhandelt werden - kurzum, eine Fülle von Verwaltungsakten erledigt werden. Dazu gehörte auch die Einstellung von fünf Mitarbeiterinnen. Diese werden auf der Basis von 630-Mark-Verträgen beschäftigt. Alle stammten aus Roringen.
Eröffnung
Am 15. November 2000 , nachmittags um 15 Uhr wurde UNSER LADEN, Venusring 31, eröffnet. Mehr als 100 freiwillige Helfer hatten fast 1.200 Arbeitsstunden investiert. Die Mittel der Gesellschafter zzgl. der Fördermittel hatten ausgereicht, um Umbau, Einrichtung und Warenlager zu finanzieren. Kein Kredit wurde benötigt, auch wurden die Darlehenszusagen nicht gänzlich ausgeschöpft. Ein Anfang ohne Schulden - das war eine hervorragende Leistung der Geschäftsführer.
Vertreter der Stadt, des Kreises und der Parteien und viele Bürgerinnen und Bürger aus Roringen hatten sich - bei regnerischem Wetter - versammelt. (Presse und Funk hatten sich schon früher informiert.) Die kurzen Eröffnungsansprachen - denn wer viel schafft, braucht nur wenige Worte - waren nicht ohne Stolz oder Bewunderung für die bisherige Gemeinschaftsleistung,
SPER N
Kinder-Boutique Second-Hand und Neuwaren
Inhaber:
Susanne Bergen Düstere Eichen Weg 19a 37073 Göttingen Tel./Fax.: 0551/487875 e-mail: Kasperle-Boutique@gmx.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-13 Uhr und 15-18 Uhr Sa: 10-13 Uhr
September 200
doch voller Hoffnung, dass die Roringerinnen und Roringer ihren Dorfladen annehmen, nutzen und pflegen würden.
Mehr als 200 Käufer registrierte die Kasse an diesem Nachmittag. Die Regale waren nichtrestlos gefüllt, sondern mit Tafeln versehen, die jedem künftigen Kunden die Möglichkeit gaben, sein gewünschtes Produkt einzutragen und damit zu bestellen - eine besondere Regelung, die von der Roringer Bevölkerung gerne an-
genommen wurde. Siegfried Ritzkowski
LLE
Di pl.-Ing. Garten- und Landschaftsbau
Winterdienst
Hans-Böckler-2 B 37079 Göttingen
RORINGEN
27 Jahre Postzusteller für Roringen
Jedermann war der gelbe Pkw mit dem Logo der Telekom vertraut, brachte er doch die Post, die guten wie die schlechten Nachrichten.
Herr Büttner, der Postzusteller, hatte in den vergangenen 27 Jahren dafür Sorge getragen, dass alle Post- Sendungen ihre Empfänger erreichten, bei Kälte und Schneeglätte, trotz Hitze oder Regen. Nun beendete er mit dem Ende des Monats Februar 1999 seine Tätigkeit. „Es war für mich jeden Tag Urlaub“- entgegnete er, als Ortsbürgermeister Albert Bornemann ihm auf der Ortsratsitzung am 11. März 1999 den Dank des Ortes verbunden mit allen guten Wünschen für den Ruhestand aussprach.
$S. Ritzkowski
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THIE-BOTE Nr. 2
September 2001
ROROMDO 2001
Was wann wo. Wir sind so froh. Wir zeigen unseren PO. Zum ROROMO
Dieser Spruch war auch dieses Jahr wieder das Motto. Ca. 80 Kinder, eingeflogen aus allen Teilen der Welt. Na ja, ein bißchen einschränken muß man das schon. Roringer und Herberhäuser Kinder machten das Dorfgemeinschaftshaus in Roringen am 26.02.1001 für 2,5 Std. zu einer Karnevals-Hochburg. Die Kids verkleideten sich als Zauberer, Prinzessinnen, Batmans, Clowns und vieles E
mehr. Sogar die Hauptfigur eines weltberühmten Buches “Harry Potter” war vertreten. Und ein unverbesserlicher verrückter Indianer konnte sich wieder nicht benehmen. Eine nicht aufhörende Polonäse zeigte, daß auch bunte Menschen gemeinsam eine irre A A lange Schlange bilden können. Di eute mußte natürlich bei Laune gehalten werden. Spiele, wie Bockspringen durch die Beine, =
Ballontanz und ein Riesenballon brachten das Dorfgemeinschaftsh aus zum Beben. Ein kleines
Zauberstück, bei dem eine Schachtel durch einen Tunnel hin und her gepustet werden mußte, zeigte, daß ein Indianer sich doch lieber mit Indianerkämpfen und Friedenspfeifen beschäftigen sollte.
3 Kinder konnten sogar zum Mond fliegen oder zumindestens bis zur Decke! Auch die ganz Kleinen hat Ihren Spaß. Besonders beim “Naschen”. Zum Schluß mußte der “große Indianer” seine letzten Kräfte mobilisieren und sich als rollende, hängende und laufende Wurfbudenfigur mit Bällen bewerfen lassen. Aua ....! Lauter blaue Flecke durch die vielen Treffer. Hoffentlich haben alle Kinder viel Spaß gehabt und vielen Dank an alle, die wieder mitgeholfen haben. Finanziell war diese Feier nur durch die Unterstützung des Heimatvereins Roringen, des Ortsrats Roringen und natürlich durch die Spenden möglich.
Also, bis zum nächsten Jahr, Ihr Pappnasen :-)
Euer Indianer...ähhh... Rolf Gottschalk
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THIE-BOTE Nr. 2
GESCHICHTEN AUS RORINGEN
Freuer in Roringen
erzählt von Hannelore Meyer
Use Jahresversammlunge is jetz tauenne, ober wee hot üsseg oberlegt, ob wee mol szaun betten terreue kucken solln, wee datt freuer in Roringen taujink, und uhse anhamische Bevölkerunge szau tesammen leften.
Rieke Leue chaffett in Roringen owerhaub nich, hart arban moszten alle. Use Dörp har szau an dee 300 Innwohner. Dee mersten leeften von der Landwirtschaft. Dä Leue, dä nich szau veele Land harn, datt sa davon leben konnen, jingen als Handwerker no Jöttingen in Arbeit, und oak anige wörn bee de Isenbohn beschäftigt. Dee harn ober ok en poor Morjen Land, szau datt sa seck Zejen un Swiene, Heundere und manchmal Jöse futtern konnen.
Da Böwern ackern merst mett Pärn, ock Ossen un Keue wurn meh annespännt. Keue ham oberwiegend dä Böwern, dä nur von öhrer Landwirtschaft leften und dä ackern ock vor de klanen Leue, dä davor wehr bee dän Böwern in Dogelohn jingen. Sa moszten ock öhre Holt uten Holte häm, denn et was jo inner Rejel ub jeden Huse ene Jerechtsome. Datt wird denn am Johresenne öfferecket. Eck wat noch, datt min Voder vorn Morjen Land pleugen oder vorn Feuer Holt föhren, 3 Mark nam, un ennen Dag Kartuffel oder Runkschen hacken oder Frucht afflohn vor de Dogelöhner mett 1 Mark afferecket wurd und jeder was froh, wenn ha dän andern nich szau veele utbetohlen moszte, weil sa jo bade nich szau veele Jeld harn.
Freuer harn ött ock dä Fröwens nich lichte, dä mehrsten jingen aan mol inner Weeke mit der Kiepen uppen Krütze tefaute no Jöttingen un brochten Bottern, Smand un Eiere, öck mal ne Wost odern Hauhn, oder ock Obet un Jemüse, also alles wat ower was, un inne Kiepe passe, inne Stattnon Marke. Chaut anne wörn dä Leue, dä öhre festen Kunden harn, dä bruken jo kenne Angest häm, datt sza vielichte öhre halwe Kiepe vull wehr mee no Hus szlepen moszten. Sau ne Kiepe, wenn de richtig vull wasz, konn schon szau 60-70 Pund wejen, und wenn sa dä nor Statt droagen ham, wussten dä Frowens wat sza dohn harn. Dat als klanet Baspel.
Et was alles nich szau lichte wie Hüte, Man har oak nich szau veele Wieschen un Weiden, szau datt ock jeder Wejesrand affefuttert werden moszte. Un wat dä Böwern nich mett den Keuen heuen konnen, nutzen dä Zejenleue mett öhren Zejen, denn dä fraten jo oak veele
September 2001
Hecken un Büsche aff. Do was use Drokenbarg, oder bundern Höltchen, oder im Himmele, oder am Toppeywer nich alles szau tauwossen wie Hüte? Datt hiln dä Keue un Zejen alles schön kort.
Datt chanse Leben was beschwerlicher. Gefriertruhen? Sawatt chaf ett oberhaupt nich. Wenn man allane an dat veele inkoken, anjefangen vom Jemüse obert Owest, bett kenn taun Flasch un Wurst denket, was datt veele Arbat. Denn kamen ower noch Churken, Fiezeboon un Söwerkrut in jrote Stanpötte und datt Knokenflasch in Söle, oak worn Äppele un Zwetschen drüjet. Datt mehrste moszte jo in Jlöser oder Büchsen, dä man bee Leunigs taudrejen latt. Denn moszten dä Jlöser un Dosen trus im Sakettel twa Stunne taukoket werden.
Wenn im Freujahr bee dän Zejenleuen dat Lammen losjink, waht eck noch, datt min Voder bee Oma Runnebargs Zejen dä Hebamme speele. Wenn denn aan oder chor twa Zejen Drillinge harn, datt was bee Runnebargs fast jedes Johr dä Fall, denn brochte min Voder dat Lamm meh no Hus, denn et kunnen jo ümmer nur twa Lämmere szugen. Un wee togen üsseg dä szau bett Himmelfort oder Pinkesten mett Kaumelk up, dann wörn datt ower schöne Zejenbroan?
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THIE-BOTE Nr. 2
September 2001
De Zejenbock
aufgeschrieben von Jutta Ronnenberg
Ower düsse Cheschichte höwet weh, wenn Irmchen dovon vertelle, mannigmol elachet.
Steinwachs haren szek von Ohrns Willin oak szaun Lämmeken Bock elanget. Steinwachs futtern szik dat Böckchen ümmer bett taun Herwest, denn szatt do mehr Flasche anne. Irmchens Mutter koke dat Flasch annen Kohl oder szoppen oak broan dä se dat Flasch oawer eeten dä seh nitz davon, nimanitz!
Jeh chlöwet chomich we drollig düsse Lämmeken wören, und dumm wören de Zejen bestimmt nich. Dat Zejenböckchen was in düssen Johre besonders chelehrich szauwatt haren Steinwachs noch nie uppen Howe hat. De Kindere brochten öhne Kunststücke beh, boale kunn hei oawem Stocke springen, und speele richtich kriegen meh. Wenn szei noen Felle moszten leip hei meh. Wenn use Böckchen nich mehr loapen kunne und in der Hitte öhne de Tunge taun Halse rut hung, hille Steinwachs Pape an und Männe und Irmchen bören dat Böckchen uppen Woajen.
Klötern kunn hei we ne Chemse, upp Meuern und Stanhuken, oawer am leiwesten klötere hei Treppen hoch und sprung in ennen Satze wehr runder und dat innen Tempo, dat man chornich szau schnell kucken kunne. Bocks Lieblingsplatz was de Treppen de uppen Heubonnen ching, doa lach hei tau chern, mitn Rumpe uppen Stuffenbrett an jeder szieten lat hei twa Bane runder hängen. Hüte wöre man Relexen dor tau sengen.
Wenn Morjens de Stalldör upjing und et wurd efuttert und molken, sprung de Bock in ennen Satz von sziener
ur mine menu
Treppen runder, jochte uter Schünendör, oaver de Strote und rupp up de Kerkmeuern. Innen Kerkhowe stunden freuer Owestböhme, et jaff besonders vele Zwetschen, dat Owest arne ümmer de Küster. De Blöre von disse Böme wören szien Lieblingsfutter. Hei moake up de Mäuern Männeken und kamm szau owerall an. Wejen denn Spoas me düssen Zejenbocke versammeln szik de chanzen Dörpkindere for Steinwachs Howe, und zwoarst up dän Platz, wo hüte de chrote Eike staht. Dä Zejenbock sprung immer mang de Kindere rüm. Aan Meeken mochte hei woll chornich, so hei dat sach, sprung hei up dat Meeken tau und boxe ött ümme. Dat lach denn uppen Reuh, krabbele wien Maikäfer und chröhle: Steinwachstante hei hätt meck alle ummerennt. Doa sproak et noch platt, korte Tiet später sproak ött als erste von üsig Hochdütsch.
Szau üm Ostern rüm moaken szik de Kindere öhre Osternestere ut Moos. Männe froagte de Meekens ob szei
. 'öhre Nestere ferdig haren un latt szik dä Stehs denn oak wiesen. Von dän Doeje an wören up Steinwachs Howe kane Zejenköttel tau finnen, de hare Männe alle uppelesen und den Meekens in öhre Nestere doan, dat was ne Overraschunge!
Eines Dojes was usen Zejenbock woll dat Chegröhle
von de Kindere, de ümmer an öhne rümterchten, tau vele. Hei reterere üm de Kerken rüm, up Quentins Hoff, sprung oawern Stanwech und rinn, de Husdör was jroade open, int Hus. Friedo chröle, wat deut denn düsse Zeje hier in Huse, langet szik n Bessen und joacht hinnern Bocke her. De Bock szüht de Treppen, szauwatt kenne hei jo, und settet noa oben, Friedo mit Bessen und Gezetere hinder her. Oben uppen Flure was dat Fenster open, in sziener Not springet hei uten Flurfenstere rut. Dat was ne schöne Höhe. Alle kindere dä nun uppen Howe stunden dachten, nu is hei dode. Oawer, hei stund up und leip no Hus. Ümmen Bessen moake hei nu ümmer
n chroten Bojen.
Eines Dojes fung nu de Bock an streng tau ruken. Steinwachs Pape mane, nun is et tau lote, weh höwet verjetten öhne tau schnien. De Bock verstund de Welt nich mehr, de Kindere reipen, puh hei stinket und schowten öhne aff. Nu fung use Bock an, up allet wat szik bücke oder rund was, uptausetten. Ein Meeken hare hei szik als Brut utesocht szau weh dat kamm, renne hei henn und szette up. Dat krech denn oak den Nomen
a Ta ne TE I EB Te Te PERS Tau Ana. Tr ansehen mn m er nn nn BTL TEE ne ee ae
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THIE-BOTE Nr. 2
mania Hin nimmer mern mm ann nam ee en a ee
Bock heech. Düt Drieben sach Steinwachs Mame nich szau cheern. Eines Doges was use Speelgefährte wechen. Irmchen und Männe wören noch lange jomerich. Als
Die Doublette
erzählt von Jutta Ronnenberg
Unner usen Flüchtlingen in Roringen wass oak enn Förster uten Osten, datt wass szau ümme 1947. Ha was been olen Kaiser Willem Chardejäger weszt un enn derben Monarchiste. Wenn ha ennen drunken hare un datt däh ha chärn, chröle ha: „es lebe der Kaiser und seine Jäger -, Mord und Brand!“ Von dä Chöttinger Försters harren dä nejen Herren welke int Loger sparret, domeh szah andern Szinnes wörn un öhren Hitler uten Koppe krejten.
Daodur kamm use Flüchtlings-Förster denn oak innen Chöttinger Holte in Arbeit. Wenn ha nomiddogs uten Holte kamm un no Hus jing, moszte ha beh Emmon
örderunterricht
„Liebe Frau Hagedorn, liebe Frau Ronnenberg, als mich Herr Ritzkowski fragte, ob ich im „Roringer Thieboten“ etwas über Ihre Hilfe für fünf unserer Schulkinder schreiben möchte, habe ich geantwortet, dass ich diese Gelegenheit wahrnehmen würde, einen besonderen Dank gewissenmassen öffentlich auszusprechen.
Zum Ende des alten Schuljahres 1999/2000 bzw. zu Beginn des n euen Schuljahres 2000/2001 zogen zwei ausländische Familien nach Roringen, von denen fünf Kinder in unsere Grundschule Herberhausen eingeschult wurden. Zunehmend wurde deutlich, dass diese Kinder eine besondere Unterstützung brauchten, für die die schulischen Fördermöglichkeiten nicht ausreichen würden.
Ein Hilferuf in dieser Sache wurde bald von Ihnen, Frau Hagedorn, gehört; eine weitere Bitte um Unterstützung bei Frau Rosenplänter vom Heimatverein wurde weitergeleitet an Sie, Frau Ronnenberg, und auch von Ihnen kam die Zusage: diesen Kindern muss geholfen werden!
Dann haben Sie beide schon an 15.11.2000 losgelegt: am Montag- und Mittwoch-Nachmittag ist nun seither
fair trade shop
September 2001
an ee
denn ower szaun schönen knusperigen Broan uppen Disch kamm wuszten sei, wo hei blewen was und dawon höwet de Baden denn oak nitz ejetten, nimanitz.
vorbeh. Emmo har ne Zeeje, dä nich uppenohm har, drüje stund un nu schlachtet wern szöll, Dä ohle Förster hare ümmer wat taun schaten beh szik, dat wuszte jeder im Dörpe. Szau frochte Emmo öhne, as ha vorbee kamm, ob ha de Zeeje woll schlachten könne.
Chautwillich was ha joa un wull datt oak jliek. Emmo lange sziene Zeeje uten Stalle un tratt anne Sziete, un ha schot dä Zeeje innen Koppe. Noa demm Knalle störte dä Zeeje ümme. Emmo stund stockstief doa un szecht: „Herr Förster jetzt höwet szei mek oake schoten“, rappe öhre Röcke hoch un wees öhne denn Striebschusz, dä öhren mächtigen Schenkel annekratzet har.
Wat was passert? Däh Schuss har dähn Zeejenkopp doreschloan, was anner Huswand weer affeprallet un har Emmon dropen. Dä Förster moke an dä Zeeje noch dat Nödige un verschwund chanz iehlig, ob ha woll Angest harre, dat ha Emmo verbinnen szölle?
Förderzeit für diese fünf Kinder mit viel Engagement und Standhaftigkeit Ihrerseits. Nun werden die fünf SchülerInnen älter und gehen nach den Sommerferien in die nächste Klasse, bzw. zwei gehen in die Orientierungstufe. Mit den drei „Kleineren“ soll Ihre Hilfe weitergehen. Eine Hilfe, die nicht nur aus Unterstützung beim Lernen besteht, sondern auch einige integrative Arbeit leistet!
Für all diese tatkräftige, selbstlose und liebe Hilfe sage ich Ihnen beiden im Namen des Kollegiums der Grundschule Herberhausen an dieser Stelle vielen Dank.
gez. W. Jahns, Rektor der GS Herberhausen
Kaffee, Tee und viele schöne Dinge aus fairem Handel, aus aller Welt.
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THIE-BOTE Nr. 2
Theater und Festumzug in Herberhausen
Voll Bewunderung sehen wir auf den Heimatverein unserer Nachbargemeinde Herberhausen. Mit großem Geschick und viel Zeiteinsatz wurden dort der Heimatabend 2000 und die Veranstaltungen zur 707-Jahrfeier ausgerichtet.
So waren wir, Hannelore Meyer, Margrit Rosenplänter und ich ganz stolz, dass wir beim Heimatabend mit unserem Schwank „Schnack ower Chorn tun“ zur Erheiterung beitragen konnten. Das Stück hat sehr gefallen und wir wurden mit großem Beifall bedacht. (Das Photo zeigt Hannelore Meyer als Agnes Lehmkuhl, Margrit Rosenplänter als Richter und Jutta Ronnenberg als Leni Backhaus, v.r.n.l..)
Im Juni 2000 erhielt der Vorstand des Roringer Heimatvereins ein Einladung zur Vorstellung des Buches „Beiträge zur Ortsgeschichte des Dorfes Herberhausen“, das Egon Günther verfasst hatte. Der Vorstand war geschlossen anwesend. Viele Zeugnisse belegen in dem Buch die frühe Verbundenheit von historischen Ereignissen zwischen den Dörfern Herberhausen und Rorin-
gen. Zum grossen historischen Festumzug am 19. August 2000 schickte der Roringer Heimatverein einen Festwagen mit dem Motto Schulanfang und gemeinsame Grundschule seit 1971.
Für den Wagenschmuck hatten wir unsere Gärten geplündert, denn viele Meter Girlande mussten auf dem Hof von Margrit und Alfred Rosenplänter gewickelt werden. Fleissige Helferinnen beim Wickeln und Binden bei Kaffee und Kuchen und guter Laune waren Minna Leunig, Hilde Steinwachs, Gertrud Mesecke,
mein u nn m nr in nn
September 2001
Hannelore Meyer und Margrit Rosenplänter. Jutta Ronnenberg fertigte die Schriftbänder. Alfred Rosenplänter befestigte alles unter Margrits Regie am Wagen. Unser gelungenes Stück päsentierte Alfred als Fahrer. Beim historischen Festumzug in Herberhausen säumten auch
viele Zuschauer aus Roringen die Strasse. Jutta Ronnenberg
Roringer Kartoffelsalat
Zutaten
2 kg feste Salatkartoffeln (Celina), 1 mittelgrosse Zwiebel,
5 Esslöffel einfachen Tafelessig,
1 Esslöffel grobes Salz,
3 Teelöffel Zucker,
etwas Pfeffer,
mit Wasser auffüllen auf 1/2 I Flüssigkeit,
Öl nach Belieben.
Zubereitung Wenn die Tränen auch von Übel, zerstückelt und mengt man zuerst die Zwiebel, macht aus Salz, Pfeffer, Zucker, Essig und Wasser eine Brühe, damit die Kartoffel sie an sich ziehe. Um den Salat nun weiter herzustellen, hat man die gekochten Kartoffeln abzupellen, da heisst es fix die Finger brauchen, mit dem Mund zu pusten und zu hauchen, denn heiss geschnitten nur allein kann der Salat köstlich und geschmeidig sein, besonders schmieg wird der Salat, wenn man einen Teil der Kartoffeln fein gehobelt hat. Jutta Ronnenberg
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THIE-BOTE Nr. 2
Hurazne aruem ann a rn MEET
Rückblick
Das Aussehen des Dorfes verändert sich ständig. Im Rückblick können wir uns kaum entsinnen, wie es anders gewesen sein sollte. Deshalb halten wir einige Veränderungen und Ereignisse aus den drei vergangenen Jahren fest.
Es wurden neue Häuser an- und gebaut: Lange Strasse 39A (1999), Kleeanger 16 (2000), Obere Wiesen 3A (2000 ), Roringer Winkel 5 (2000).
Im Januar 2001 begannen die Arbeiten zum Umbau der Pfarrscheune zu einem Gemeindehaus. An mehreren Häusern entstanden Vorbauten, Läden und Geländer, am Hohlen Graben und Im grossen Hof Staketen Zäune. Der Vorplatz des Feuerwehr Hauses wurde vereinheitlicht, indem die Treppe und der direkte Zuweg aufgegeben wurden. Die geteerte Park-Fläche vor dem Haus Menzelberg 1A wich einer gärtnerischen Neugestaltung (2000), das Haus erhielt einen Wintergarten (2001).
Mit Beginn des Jahres 1999 schloss die Stadtverwaltung ihre Zweigstelle im Dorfgemeinschaftshaus. Im Mai 1999 brannte das Reifenlager Lange Strasse 13. Die Sparkasse Göttingen gab am 30. September 1999 ihre Zweigstelle in Roringen auf. Die Sparkassenräume wurden zu einem Dorfladen umgebaut, der am 15. November 2000 eröffnete.
Am Morgen des 7. November 1999 brannte die St. Martins-Kirche. Nach der Wiederherstellung wurde sie am 13. Mai 2001 wieder eingeweiht. Ein Teil der Nordseite der Kirchhofsmauer wurde erneuert.
Frau A. Hagedom erhielt am 10. Januar 2000 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland insbesondere für mehr als 20 Jahre ehrenamtlicher Betreuung der Bücherei in Roringen.
Die Vereine veranstalteten gemeinsam mit dem „Tanz in den Mai“ am 30. April 2000 ein gut besuchtes, fröh-
an N Bastelmaterial - Geschenkartikel Korbwaren - Erzgebirgische Volkskunst
und vieles mehr!!
Deko-Graf
| Karnevalsbedarf - Schminke
2 = Lange Geismarstr. 29, 37073 Göttingen, Tel.: 5 73 00 IRRE.
September 2001
Wichtiger Termin für Ihren Terminkalender
20.00 Uhr“ _ 4 , im Dorfgemeinschaftshaus
Veranstalter:
TV Roringen Schützenverein
Freiwillige Feuerwehr Heimatverein
liches Fest.
Die Dorfjugend musste ihre Hütte in der Gemarkung aufgeben, da sie im Naturschutzgebiet lag (2001).
Die Verwaltung der Stadt teilte in der Ortsratsitzung am 16.08.2001 mit, dass es eine Verlängerung der Förderung im Dorferneuerungsprogramm über den 31. De-
zember 2001 hinaus nicht geben werde. Die Lärche auf dem Kirchhof wurde gefällt (1999),
desgleichen einige alte Hausbäume.
Die Hecke des Spielplatzes an der Schmiedestrasse und dem Venusring wurde neu gepflanzt, eine Winterlinde (Spende eines Bürgers) vor dem Dorfladen Venusring 31)eingesetzt und die Aussenanlagen dort neu her-
gerichtet.
Seit Monaten suchten wir nach einem Bau- oder Wohn-Wagen für den Bolzplatz, damit die Kinder sich zusammensitzen und spielen könnten. Endlich erwarben wir Ende August für wenig Geld einen ausgedienten Wohnwagen. Diese „Unterkunft“ wurde sogleich mit Begeisterung angenommen. Eine „House-Ordnung“ soll gewährleisten, dass uns diese Möglichkeit lange erhalten bleibt. Siegfried Ritzkowski u. Matthias Schmole
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THIE-BOTE Nr. 2
September 2001
Zum Lesen
Günther, Egon (2000): Beiträge zur Ortsgeschichte des Dorfes Herberhausen.-552 S., Mecke Druck & Verlag Duderstadt.- Nerreter, W. (1986): Wandern in Göttingen, Historisch-landeskundliche Erläuterungen. - In : Stadt Göttingen (Hrsg.): Wandern in Göttingen: 14 - 47, 2. Aufl.; Göttingen. Neumann-Schiller, Siegfried: Das Dorf Roringen und seine Wirtschaftsstruktur.- Jahresarbeit in Klasse 13 mf des Felix-Klein-Gym-
Der Roringer Heimatverein e.V,
Verehrte Leserinnen und Leser!
Sie haben nun den THIE-BOTEN des Roringer Heimatvereins durchgeblättert oder auch durchgelesen. Vielleicht hat manches Ihr Interesse gefunden hat, sei es informativ, sei es unterhaltsam. Vielleicht hat der ein Bericht Sie angeregt, über die Geschichte des Ortes oder alte Geschichten aus diesem Dorf nachzusinnen. Vielleicht finden Sie, dass manches ergänzt oder verändert werden sollte. Lassen Sie es uns, bitte, wissen.
Der Heimatverein hat sich u. A. zur Aufgabe gesetzt,
„Die Schönheiten und Eigenheiten des Dorfes Roringen und seiner Umgebung zu erhalten, zu pflegen und zu vermehren,
die Erinnerung an die soziale und kulturelle Geschichte des Ortes wachzuhalten und seine weitere Entwicklung zu fördern,
an der Volksbildung der Roringer Bürger mitzuwirken,
kulturelle Aktivitäten in der Gemeinde zu fördern,
insbesondere Jugendliche in die Tätigkeiten des Vereins einzubeziehen,
und zur Integration der Neubürger beizutragen.“
Unterstützen Sie uns hierbei. Wie?
Sie entscheiden sich, Mitglied im Heimatverein zu werden und wirken dort mit, wo Sie es am besten können. Rufen Sie einfach ein Mitglied des Vorstandes an,
Oder Sie haben Vorschläge, Ideen oder Informa-
tionen. Lassen Sie uns daran teilhaben. Oder aber Sie helfen mit einer Geldspende. Jede
BE Tann nn ET TE TEEN TE SE en an See BG re ne
nasiums. (ohne Datum, vermutlich wenig später als 1959), 28 S., Manuskript.
Scheuermann, Ulrich:
Flurnamenforschung - Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte.—Schriften zur Heimatpflege. Veröffentlichungen des Niedersächsischen Heimatbundes, 9:178 S., Verlag Ermst Knoth, Melle 1995 (DM 12,80).
Bei der Wieden, B. & Borgemeister, B.: Niedersächsisches Waldwörterbuch. Eine Sammlung von Quellenbegriffen des 11. bis 19. Jahrhunderts.- Veröffentlichungen des Niedersächsischen Heimatbundes, 7: 192 S., Verlag Ernst Knoth, Melle 1995
ist uns willkommen, denn Sie zeigt uns Ihr Interesse und hilft uns, beispielsweise eine weitere Ausgabe des THIE-BOTEn in absehbarer Zeit herauszugeben. (Adresse: Roringer Heimatverein e. V., Konto Nr. 31200116 Spk. Göttingen, BLZ 260 500 01. Eine Spenden-Bescheinigung für das Finanzamt wird vom Heimatverein ausgestellt..)
Der Roringer Heimatverein e.V.
1. Vorsitz. Dr. Matthias Schmole Opferbach 12, Tel. 0551/20995 96 e-mail: matihiasschmole @compuserve.de 2. Vorsitz. Margrit Rosenplänter
Kassenwartin Renate Paul Menzelberg 21, Tel. 0551 /29 60 e-mail renate.paul @web.de Schriftführer Dr. Siegfried Ritzkowski Uranusweg 2, Tel. 0551/ 2 46 67 e-mail: sritzko@t-online.de
Beisitzerin Hannelore Meyer
Opferbach 2, Tel. 0551/22768 Beisitzerin Jutta Ronnenberg
Opferbach 1a, Tel. 0551 / 2 20 90 alle 37077 Göttingen-OT Roringen
Copyright (c) 2001 Roringer Heimatverein e.V. Jegliches Vervielfältigen von Texten, Bildern oder Grafiken bedarf
der schriftlichen Genehmigung des Roringer Heimatvereins e.V...
Klarstellung:
Im THIE-BOTEn 1/1998, S. 11-12 berichteten wir über den Brand am Rottenanger im Jahre 1911. Die Geschichte des Brandes bezieht sich ausschliesslich auf die Doppelhaushälfte der Familie Ronnenberg.
TE A ee Bi TE ie CE ae ENTE ARE u Tan Tr TE nn
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THIE-BOTE Nr. 2 September 2001
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Der Text unter den Seiten wurde maschinell aus dem Druck gelesen und kann Fehler enthalten. Maßgeblich ist das gedruckte Heft.
Aus diesem Heft schöpfen
- Alte Schule
- Bolzplatz Am Kleesteg
- Dorfentwicklung in Roringen: Dorferneuerung und Dorfladen
- Einwohner
- Eröffnung des Dorfladens
- Flüchtlinge und Vertriebene kommen nach Roringen
- Gasthaus Falke
- Höchststand der Einwohnerzahl
- Hundeübungsplatz
- Informationen über den Heimatverein
- Kirchenbrand zerstört die historische Orgel
- Mahnzeichen für die Toten der Weltkriege
- Meyergasse
- Neue Glocken für St. Martin
- Osterfeuer
- Roringen im Dorferneuerungsprogramm
- Roringen in Zahlen
- Roringen: Geschichte und Gegenwart eines Göttinger Ortsteils
- Rottenanger
- Schöne Orte und Aussichtspunkte in Roringen
- Schützenverein Roringen gegründet
- Straßennamen werden eingeführt
- Thie-Boten
- Unser Laden e.V.
- Vereine und Gruppen
- Vereinsheim TV Roringen
- Wandern im Bratental
- Zum Drakenberg
- Zum Ortloh: was Loh und Ort im Flurnamen bedeuten
Quellen
- Thie-Bote Nr. 2, September 2001 (Archiv des Roringer Heimatvereins, Nr. 159)
Wissensbestand des Roringer Heimatvereins