Unser Laden e.V.

Der Roringer Dorfladen, offiziell bekannt als „Unser Laden e.V. und Roringer Berg-Café“, ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement die Nahversorgung und die Lebensqualität in ländlich geprägten Gebieten nachhaltig sichern kann.

Das Geschäft wurde im Jahr 2000 in Roringen eröffnet, weil das Dorf seit Ende der 1970er Jahre keine lokalen Geschäfte zur Versorgung der Bevölkerung mehr hatte. Das zentrale Ziel dieses Projekts ist nicht primär die Gewinnerzielung, sondern die Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs und die Steigerung der Lebensqualität im Ort.
Der Dorfladen ist als Verein organisiert. Diese Organisationsform ermöglicht es, viele Bürger zu mobilisieren und ständige Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge zu sichern. Angestrebt wird eine kostendeckende und günstige Versorgung für alle Einwohner Roringens, wobei insbesondere ältere Menschen und Kinder die nahegelegene Einkaufsmöglichkeit sehr schätzen.

Was den Dorfladen besonders macht, ist seine innovative Verknüpfung von Versorgung und sozialer Dorfentwicklung. Hervorzuheben ist die Ergänzung des Ladens durch das Roringer Berg-Café im Jahr 2016. Dieses Café stellt ein wichtiges zusätzliches wirtschaftliches Standbein dar und ist unverzichtbar für das Überleben des Ladens. Zugleich etabliert es den Standort als entscheidenden sozialen Treffpunkt und Ort der Begegnung im Dorf. Laden und Café bilden eine gelungene Einheit: Café-Besucher tätigen oft spontane Einkäufe, während Ladenkunden gerne im Café einkehren, anstatt sich Waren nach Hause liefern zu lassen.

Der Erfolg des gesamten Projekts wäre ohne die große ehrenamtliche Betätigung der Bürger nicht denkbar. Ehrenamtliche Helfer leisten in nahezu allen Arbeitsbereichen unentgeltlich Hilfe, von der Organisation über die Zubereitung von Speisen, etwa den berühmten selbstgebackenen Kuchen, bis hin zu Büroarbeit. Dieses Engagement stärkt das „Wir-Gefühl“ in der Ortsgemeinschaft, fördert die gegenseitige Wertschätzung und trägt maßgeblich zur Integration von Neubürgern bei.

Die nachhaltige Finanzierung beruht auf einem stabilen Fünf-Säulen-Modell: dem Ladenverkauf, den Einnahmen aus dem Café, den Mitteln des Vereins (Beiträge und Spenden), der Einsparung von Personalkosten durch das Ehrenamt und der Einwerbung von Fördermitteln für Investitionen. Da die Kosten des Ladens allein aus den Verkäufen nicht gedeckt werden können, ist eine monatliche Subventionierung durch Vereinsmittel notwendig, um eine "schwarze Null" zu erreichen.

Aufgrund dieses Vorbildcharakters wurde der Roringer Dorfladen 2017 als Modell- und Demonstrationsvorhaben im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) ausgezeichnet. Die Erfahrungen aus Roringen dienen heute als Leitfaden für andere Dorfladen-Initiativen in ländlichen Regionen und zeigen eindrücklich, dass Nahversorgungspunkte mehr sind als nur Verkaufsstellen. Sie sind permanente Treffpunkte, Orte der Identifikation und Kristallisationspunkte bürgerschaftlichen Engagements.

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Der Roringer Heimatverein und der als Verein geführte Dorfladen "Unser Laden e.V." haben eine Kooperation ins Leben gerufen, die beiden Gemeinschaftseinrichtungen zugutekommt.

Der Heimatverein braut, mit aktuell vier ehrenamtlichen Bierbrauern, das "Roringer Berg-Bier" in den Räumlichkeiten des Dorfladens.
Das Bier wird im Dorfladen als lokales Produkt verkauft und trägt als gern gesehener Geschenkartikel zur Unterstützung des kleinen Dorfladens bei.

Die Regionalität und die Verbindung zu den Geschichten Roringens, die auf den schön gestalteten Bieretiketten erzählt werden, machen das Bier zu einem ansprechenden und hoffentlich leckeren Produkt, das Geschichten und Ereignisse im Ort auf kreative und neue Weise weiterträgt.

Das Projekt "Dorfbier" unterstützt daher nicht nur den Dorfladen finanziell, sondern fördert auch die kulturelle lokale Identität und fördert die Gemeinschaft ganz im Sinne der Aufgaben des Heimatvereins.