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Roringen: Geschichte und Gegenwart eines Göttinger Ortsteils

Roringen ist ein Dorf am Rand von Göttingen und seit 1973 einer seiner Ortsteile. Diese Seite gibt einen Überblick: wo Roringen liegt, wie es zu Göttingen kam und was das Dorf heute ausmacht. Jeder Abschnitt verweist auf eine ausführliche Seite, dort stehen auch die Quellen.

Lage

Roringen liegt etwa sieben Kilometer nordöstlich der Göttinger Innenstadt, nordwestlich des Göttinger Waldes am Südwesthang des 353,9 Meter hohen Menzelbergs. So beschreibt es der Dorferneuerungsplan von 1994/95. Von Osten zieht das Bratental, ein Trockental, in einem Bogen nördlich um Berg und Dorf. Das Altdorf gruppiert sich in einem offenen Ring um den Opferbach, im Süden und Osten reicht die B 27 von Göttingen nach Braunlage an den Ort heran. Die Gemarkung ist 709 Hektar groß.

Von der ersten Erwähnung bis zur Eingemeindung

Roringen wird am 20. September 1162 zum ersten Mal genannt, als „Roringe“ in einer päpstlichen Urkunde; lange galt 1196 als Jahr der ersten Erwähnung. Der Name gehört nach Eberhard Rohse zu den ältesten der Region, er deutet „Ror“ als Röhricht und Schilf. Andere Deutungen gibt es auch, sie stehen auf der Seite Ursprung und Bedeutung des Namens.

Am 19. Juni 1380 verkaufte Herzog Otto von Braunschweig Roringen und das später wüst gefallene Omborn für 250 Mark an den Rat der Stadt Göttingen. Mehr als 450 Jahre blieb Roringen ein Göttinger Stadtdorf, bis die Dienste und Abgaben um 1846 bis 1848 abgelöst wurden. Zum 1. Januar 1973 wurde Roringen nach Göttingen eingemeindet und bekam einen eigenen Ortsrat. Die ganze Folge steht in der Chronik.

Einwohner

Um 1939 lebten in Roringen rund 300 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Flüchtlinge und Vertriebene, 1950 zählte das Dorf 543 Einwohner, bei der Eingemeindung 1973 waren es 1.054. Den Höchststand nennen die Quellen für 1984 mit 1.179 und für 1993 mit 1.173 Einwohnern, Ende 2008 waren es 1.022. Mehr Zahlen zu Haushalten und Gebäuden stehen unter Einwohner und Roringen in Zahlen.

Die Kirche St. Martin

Der Westturm von St. Martin ist das älteste Bauwerk Roringens, die Kirche wird 1254 zum ersten Mal erwähnt. Das heutige Schiff entstand 1747. Am 7. November 1999 brannte die Kirche, am 13. Mai 2001 wurde sie wieder eingeweiht. Um den Kirchhof zieht sich die Mauer, die der Göttinger Rat 1422 als Zufluchtsort für die Dorfleute bauen ließ.

Die Roringer Warte

Nach dem Kauf von 1380 durfte Göttingen Landwehren graben und Warten bauen. 1406/07 entstand die Roringer Warte an der Straße nach Herzberg und Duderstadt. Vom Bauwerk steht nur der Turm ohne Helm. Bewohnt war die Warte bis 1567/68, länger als jeder andere Göttinger Landwehrturm. Ihr alter Name Berwinkelswarte kommt vom Immergrün, auf Plattdeutsch Berwinkel, das bis heute um den Turm wächst.

Dorfladen und Dorfgemeinschaft

Als 1999 auch die Sparkasse ihre Zweigstelle schloss, gründeten die Roringer ihren eigenen Laden: Am 16. Dezember 1999 traten 101 Teilhaber der Gesellschaft bei, im November 2000 öffnete Unser Laden im früheren Sparkassengebäude am Venusring 31. Seit 2016 gehört das Roringer Berg-Café dazu. 2018 nannte die Roringer Chronik den Dorfladen ein Modellprojekt der sozialen Dorfentwicklung. Wie Roringen sein Dorf seit der Dorferneuerung 1994/95 mitgeplant hat, steht auf der Seite Dorfentwicklung in Roringen.

Vereine und Feste

Das Dorfleben gestalteten 2006 nach dem Thie-Boten fünf Vereine: der Turnverein Roringen von 1928, der Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr mit dem Feuerwehrverein, der Roringer Heimatverein von 1993 und der Förderverein Unser Laden. 2017 kam der Kulturverein Roringen hinzu. Die Kirmes und das Osterfeuer luden damals jedes Jahr das ganze Dorf ein. Ein Buchkapitel über Roringen zählte 2009 auch den Kinderkarneval am Rosenmontag, die Pfingstwanderung und den Neujahrsempfang des Ortsrates zu den Festen für alle.

Den Ort erkunden

Der Dorferlebnispfad des Roringer Heimatvereins führt auf einem Rundweg von rund 9,8 Kilometern an 24 Orten vorbei, an denen sich die Ortsgeschichte ablesen lässt. Er beginnt und endet am Dorfladen. Bänke mit Aussicht, die Warte und das Bratental stellt die Seite Schöne Orte und Aussichtspunkte vor, und auf der Karte lassen sich alle Orte einzeln antippen.

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