Realgemeinde Roringen
Die Realgemeinde Roringen geht auf die alte Dorfgemeinde der Berechtigten zurück und bewirtschaftet Wald und Feld des Dorfes, darunter Flächen im Ortloh.
Die Realgemeinde Roringen geht auf die alte Dorfgemeinde zurück. Der Kartoffelstein erklärt 2003, diese Gemeinde habe ursprünglich nur aus den Inhabern der Reihestellen mit ihren Rechten und Pflichten bestanden. Erst das Gesetz von 1888 über die Verfassung der Realgemeinden in der Provinz Hannover teilte sie in eine Realgemeinde und eine politische Gemeinde, nachdem viele Gemeindemitglieder dazugekommen waren, die von den Berechtigungen ausgeschlossen und nicht stimmberechtigt waren. Beim zweiten Heimatabend im April 1995 nannte Jutta Ronnenberg die Realgemeinde in ihren Versen Roringens älteste Institution, die seit einigen hundert Jahren bestehe und rund 200 Hektar Wald und Feld besitze. Die Verse waren als Dichtung und Wahrheit gedacht, die Zahlen sind deshalb ein Hinweis und keine Messung.
Reihearbeit und Holz
Das Mitteilungsblatt „Der Monat in Roringen“ zeigt, wie die Berechtigten im Wald mitarbeiteten. Im Dezember 1970 hieß es, die Generalversammlung habe je Berechtigung drei Tagewerke Reihearbeit beschlossen, für jedes nicht geleistete Tagewerk waren 32 DM zu zahlen. Im November 1971 waren je Berechtigung vier Tagewerke an den Sonnabenden angesetzt, Treffpunkt war der Ortloh, mitzubringen waren Axt, Säge und Schere. Wer die Arbeit bis zum 27. November nicht geleistet hatte, wurde zum Ablösebeitrag herangezogen. Aus dem Holzeinschlag 1970/71 gab die Realgemeinde Brennholz ab. Ab dem 10. Dezember 1970 verkaufte sie Weihnachtsbäume beim Rechnungsführer; im Dezember 1972 teilte sie mit, das sei nicht mehr möglich, weil die Bäume inzwischen zu groß geworden seien.
Die Realgemeinde war auch sonst im Dorf zu spüren. Am 23. Mai 1971 führte sie gemeinsam mit der politischen Gemeinde eine Grenzbegehung durch, damit die Bürger die Grenzen des Gemeindebezirks kennenlernten. Für Ruhebänke rund um Roringen stellte sie eine Eiche zur Verfügung, aus der etwa zwölf Bänke entstehen sollten; im September 1971 war von Bänken die Rede, die ihre Angehörigen in der Feldmark aufgestellt hatten. Im Februar 1971 und im Februar 1972 lud sie ihre Mitglieder zu einem Vergnügen im Saal Falke ein. Im März 2017 übernahm sie vom Heimatverein die Pflege des Kinderspielplatzes am Thie. Auch die Kirchengemeinde gehört nach dem Kartoffelstein von 1997 zu den Mitgliedern.
Eine Frage ist offen: Nach dem Corpus Bonorum der Kirchengemeinde von 1798 musste die Dorfgemeinde die Kirchhofsmauer in Bau und Besserung halten. Der Kartoffelstein von 2003 lässt offen, ob diese Pflicht später auf die Realgemeinde oder auf die politische Gemeinde überging und ob sie noch besteht. Mehr zur Kirchmauer steht auf der eigenen Seite.
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