Alter Straßenverlauf
Die Landstraße von Göttingen über Weende und Roringen nach Herzberg wurde in den 1820er Jahren als Chaussee gebaut und bei Roringen 1836 ausgebaut. Sie umging damals noch die nördliche Bergnase des Drakenbergs. Auf alten Bildern zeigt sich die Linie als S-Kurve, im Dorf „Speckhaken“ genannt. Siegfried Ritzkowski beschrieb bei einem Foto von 1934 die untere Kurve des Speckhakens, in der ein direkter, baumloser Weg nach Roringen abzweigte und zwischen den heutigen Grundstücken Rottenanger 12 und 14 auf die damalige Angerstraße traf.
1937 wurde die Bergnase bei den Planierungsarbeiten für die Herzberger Chaussee, die heutige B 27, abgetragen. Ein Zeitungsbericht aus dieser Zeit spricht von großen Erdbewegungen: Ein Riesenbagger legte den Durchbruch am Drakenberg frei, und auch der Ronnenbergsche Hof am Ortsausgang musste abgebrochen werden. Die Arbeiten liefen im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Die kurvenreiche Strecke zwischen Knochenmühle und Roringen galt als dauernde Gefahrenquelle, je mehr der Autoverkehr zunahm.
Von der alten Linie ist heute fast nichts mehr zu sehen. Nach Ritzkowski verrät nur noch die einzige talseitige Ein- und Ausfahrt an der B 27 die Lage des Speckhakens. Mit der Bergnase verschwand auch der Ort, an dem Lehrer Burdorf im 19. Jahrhundert ein festes Haus der Herren von Roringen vermutet hatte, siehe Drakenberg am Hangsporn.