Besitz des Rates
Wer wissen will, wem Roringen im Mittelalter gehörte, landet beim Rat der Stadt Göttingen. Am 19. Juni 1380 verkaufte Herzog Otto von Braunschweig, der als Otto der Quade bekannt ist und ständig Geld brauchte, die Dörfer Roringen und Omborn für 250 Mark an die Stadt. Mit dem Dorf gingen die Niedergerichtsbarkeit, die Vogtei, Hufen, Höfe, Dienste und Abgaben auf den Rat über. Die Urkunde bestätigte der Stadt zugleich den Göttinger Wald und erlaubte ihr, Landwehren zu graben und Warten zu bauen. So entstand später die Roringer Warte.
We Otte van goddes gnaden … hebben verkoft … unse dorpe Roringen und Omborn
Der Rat als Dorfherr
Roringen wurde damit Stadtdorf. Verwaltet haben es Vogtherren, die der Rat aus seinen Reihen bestimmte. Sie beglaubigten Rechtsgeschäfte, kontrollierten die Rechnungen der Kirche und ritten 1422 zur Besichtigung der neuen Kirchhofsmauer nach Roringen. Die Einnahmen aus dem Dorf verzeichnete die Kämmerei der Stadt. Für 1514/15 gingen von 24,8 Mark nur 14,6 Mark ein, rund 59 Prozent; auch der Rat hatte Mühe, seine Forderungen einzutreiben.
Der Rat war der größte, aber nicht der einzige Grundherr im Dorf. Er besaß knapp 24 Hufen, gut 21 Hufen gehörten anderen Herren, darunter dem Stift Weende und den Herren von Roringen. Eine Güterliste um 1445 nennt für Roringen 37 Höfe und 45 Hufen in der Feldmark.
Stadtdorf blieb Roringen bis 1848. Dann löste das Dorf seine Verpflichtungen aus dem Stadtdorfstatus ab. 1973 wurde es nach Göttingen eingemeindet.